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Und von strömender Flut aus Regengewölk. Dafür zum Lohne verschlangen

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Sie des mächtigen Meeraals leckeres Fleisch und die fettesten Stücke der Drossel.


Sokrates.
Und verdienten sie das um die Göttinnen nicht?

Strepsiades.
 Wohl; aber erkläre mir Eines:
Wenn Wolken es sind, leibhaft, in der That, was gleichen sie sterblichen Weibern?
Die droben ja sind ganz andrer Gestalt.

Sokrates.
 Nun, wie sind diese gestaltet?

Strepsiades.
Ich weiß nicht recht; doch scheinen sie mir wie flatternde Flocken von Wolle,

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Nicht ähnlich den Frau’n, im Entferntesten nicht; und die dort haben ja Nasen.


Sokrates.
Gib denn auf unsere Frage Bescheid.

Strepsiades.
 Schnell frage denn, was dich gelüstet.

Sokrates.
Sprich, sahst du, zur Höh’ aufblickend, einmal ein Gewölk, gleich einem Kentauren,
Wohl auch, wie Wolf, wie Pardel und Stier?

Strepsiades.
 O warum nicht? Aber wozu das?

Sokrates.
Sie gestalten sich so, wie’s ihnen beliebt. Und sehen sie einen gelockten

Empfohlene Zitierweise:
Aristophanes: Die Wolken übersetzt von Johann Jakob Christian Donner. Leipzig und Heidelberg: C. F. Winter’sche Verlagshandlung, 1861, Seite 26. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aristophanes_Donner_3Bd.djvu/0032&oldid=- (Version vom 31.7.2018)