Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Aegyptischer Feldherr unter Prolemaios IV
Band V A,2 (1934) S. 1955
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11) Ein Aitoler, ägyptischer Feldherr unter Ptolemaios IV., war 221 v. Chr. τεταγμένος ἐπὶ κοίλης Συρίας: Polyb. V 40 1, und wußte durch Besetzung der Orte Gerrha und Brochoi und Befestigung des Engpasses am Massyas, zwischen Libanon und Antilibanon, südlich von Laodikeia am Orontes (vgl. zur Lage Kahrstedt Abh. Gött. Ges. XIX 2 [1926] 22), Antiochos III. so wirksam entgegenzutreten, daß dieser den Versuch, nach Süden durchzubrechen, aufgab: Polyb. V 46, 3ff. Trotzdem wurde er bald darauf infolge von Intrigen nach Alexandreia berufen und rettete nur mit Mühe sein Leben. Da er den König sowieso verachtete und seiner Umgebung mit Recht mißtraute, beschloß er, sich zugleich zu rächen und in Sicherheit zu bringen. Er setzte sich in den Besitz von Ptolemaïs und Tyros und bot dem syrischen Könige Koilesyrien an: Polyb. IV 37, 5. V 40, 1f. 61, 3. Dieser zog mit seinem Heere nach dem Süden, entsetzte den T., der in Ptolemaïs von dem ägyptischen Strategen Nikolaos eingeschlossen war, und schlug nach einem Siege über ein ägyptisches Korps sein Lager im Engpaß von Berytos auf (vgl. Kahrstedt a. O.). Dann nahm er die Übergabe von Ptolemaïs und Tyros aus der Hand des T. entgegen; auch eine Flotte von 40 Schiffen wurde ihm ausgeliefert, Polyb. V 61, 3-62, 2. Vgl. 67, 9. 79, 4: 218 v. Chr. Als Antiochos nach dem Abschluß eines Waffenstillstandes nach Antiocheia zurückkehrte, ließ er T. als Statthalter zurück (παραδοὺς Θ. τὴν τῶν ὅλων ἐπιμέλειαν), Polyb. V 66, 5. In dem entscheidenden Feldzuge gegen die Ägypter befehligte T. eine auserlesene, nach makedonischer Art bewaffnete Schar von 10 000 Mann, die meist mit silbernen Schilden versehen waren (ἀργυράσπιδες), Polyb. V 79, 4. Vor der Schlacht bei Raphia begab er sich gegen Tageseinbruch in das feindliche Lager, um Ptolemaios IV. zu töten. Da er den König in seinem Zelt nicht fand, tötete er dessen Arzt Andreas und verwundete zwei Höflinge, V 81: 217 v. Chr. 214 v. Chr. wurde er wegen seiner Kühnheit und Stärke dem Kreter Lagoras bei dessen verwegener Überrumpelung von Sardes beigegeben, Polyb. VII 16ff. Vgl. Tarn Cambr. Anc. Hist. VII 728ff.