Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Daphnis, ursprünglich Sklave, gelehrter Grammatiker um 90 v. Chr.
Band XIII,2 (1927) S. 2095
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15) Lutatius Daphnis. Er war von Hause aus Sklave, aber ein gelehrter Grammatiker und wurde deswegen zu einem unerhört hohen Preise verkauft, erst von Accius aus Pisaurum (vgl. Marx o. Bd. I S. 142) an den Princeps senatus M. Aemilius Scaurus, der um 664 = 90 gestorben ist (Klebs ebd. S. 584ff.), für 700 000 Sesterzen (Plin. n. h. VII 128) und dann für denselben Preis an den 668 = 86 ermordeten Q. Lutatius Catulus, von dem er nach kurzer Zeit freigelassen wurde (Suet. gramm. 3 vgl. Nr. 7). Cichorius (Unters. zu Lucilius 150f.) bezieht darauf das unsicher überlieferte Zitat bei Non. 365, 33: Lucilius lib. XXVIII (750 Marx): nec parvo Catulo pretio. Doch wenn das XXVIII. Buch des Lucilius zwischen 624 = 130 und 634 = 120 entstanden ist, so erscheint diese Deutung im Hinblick auf das Alter der beiden Herren des Sklaven, des Scaurus und des Catulus, nicht unbedenklich.