Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Titianus Schriftsteller, Zeitgenosse Frontos
Band X,1 (1918) S. 842843
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512) Iulius Titianus. Zeitgenosse Frontos und dessen literarischer Gegner als Anhänger des ,veralteten‘ ciceronianischen Stils, den Titianus in erdichteten Briefen berühmter Frauen freilich mit wenig Erfolg nachahmte, was ihm den Spitznamen oratorum simia (Sidon. Apoll, epist. 1, 1) bezw. simia temporis sui (Hist. aug. Maxim. 27, 5) eintrug. Dieser Titianus senior, Vater des Fabeldichters und Lehrers des jüngeren Maximin, war nach Hist aug. a. a. O. Verfasser von provinciarum libri pulcherrimi, die identisch sein mögen mit der chorographia eines Titianus, nach der Servius (zu Aen. IV 22) von einem Seesieg der Barkaeer über Karthago berichtete. Demselben Werk des Titianus sind wohl auch die durch Serrius (Aen. XI 651, vgl. Isid. orig. IX 2, 64) [843] übermittelte richtige Etymologie Amazones: unimammae entnommen sowie das vom Aetna handelnde Titianusfragment bei Greg. Tur. de curs. stell. 13. Endlich scheint sich Titianus nebst einem gewissen Calvus auch als Schulredner betätigt zu haben. Beide entlehnten, wie’s in Rhetorenschulen vielfach geschah (s. Senec. suas. III 5), die sämtlichen Themen beispielsweise zu Controversen den Dichtungen Vergils, aber nicht gerade zu des Dichters Nutz und Frommen, dessen Motive sie entstellten und verzerrten (Serv. Aen. X 18, vgl. Isid. orig. II 2, 1).

[Diehl. ]