Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Vater der Penelope
Band IX,1 (1914) S. 975976
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2) Vater der Penelope, Sohn des Perieres und der Perseustochter Gorgophone, Bruder des Tyndareos, Aphareus und Leukippos, Enkel des Kynortas (nach Stesichoros bei Apollod. bibl. III 10, 3), nach anderer Version (Apollod. a. O. I 9, 5 und III 10, 4; vgl. auch Tzetz. Lykophr. 511) Enkel des Aiolos. Eine andere Überlieferung (Schol. Eurip. Or. 457. Paus. IV 2, 4. Apollod. a. O. III 10, 5) nennt I. (bei Apollodor. a. O. III 10, 5 lautet die Namenform Ikarion; Ikaros Schol. I Venet. Il. II 581. Eustath. p. 298, 11 und Schol. Eurip. Orest. 581) Sohn des Oibalos und der Naiade Bateia, Bruder des Tyndareos und der Arene Ἄρνη) in den Euripidesscholien und bei Eustath. a. Ο.), Halbbruder des Hippokoon (Hippothoon Eustath. a. O.), Enkel des Perieres. Eine vierte Tradition liegt bei Paus. III 1, 4 vor, nach der I. Sohn des Oibalos und der Gorgophone ist [976] [die Notiz des Pausanias (II 21, 7. III 1, 4. IV 2, 4), daß Gorgophone zuerst Frau des Perieres, dann des Oibalos war, kombiniert zwei Sagenversionen]. Vgl. Deimling Die Leleger 118ff. Tyndareos und I., von Hippokoon wegen Streitigkeiten um die Herrschaft aus Lakedaimon vertrieben (vgl. auch Strab. 461), flüchten zu Thestios nach Pleuron in Akarnanien und stehen diesem in seinen Kämpfen mit den Nachbarstämmen bei. Nach der Vernichtung der Hippokoontiden durch Herakles kehrte Tyndareos (nach Apollod. III 10, 5 mit I.) zurück. Nach der sonstigen Überlieferung bleibt dieser in Akarnanien und heiratet Polykaste, die Tochter des Lygaios. (Wesentlich anders stellen Paus. III 1, 4, Eustath. 1417, 24 und Schol. Eurip. Or. 457 die Sache dar: danach beanspruchte Hippokoon als Ältester die Herrschaft in Lakedaimon und wurde dabei unterstützt von I. Beide vertrieben den Tyndareos nach Pellene.) In Akarnanien gebar Polykaste dem I. neben Penelope zwei Söhne, Alyzeus (vgl. auch Steph. Byz. s. Ἀλύζεια) und Leukadios, die mit ihrem Vater zur Herrschaft gelangten (Strab. 452 aus der Alkmaionis; vgl. auch 461). Bei Apollod. bibl. III 10, 6 (vgl. auch Paus. VIII 34, 2. Tzetz. Lykopin. 511. 792. Schol. Od. XV 16, wo als seine Frauen auch Dorodoche, die Tochter des Orsilochos, und Asterodaia, Tochter des Eurypylos genannt werden) wird als seine Frau die Nymphe Periboia genannt, mit der er außer Penelope den Thoas, Damasippos, Imeusimos, Aletes und Perileos zeugte (eine weitere Tochter, Iphthime, wird Hom. Od. IV 797 genannt). Für die zahlreichen Freier der Penelope stellte I. einen Wettkampf auf, in dem Odysseus Sieger blieb (Paus. III 12, 2). Ausführlicher und mit gewissen Abweichungen von Pausanias erzählt Apollodor III 10, 9 diese Geschichte: da der Bruder des I., Tyndareos, bei der großen Zahl der mächtigen Freier fürchtete, es möchte unter diesen gegen den gewählten Bräutigam eine Erhebung stattfinden, ließ er auf den Rat des klugen Odysseus alle Freier schwören, dem Bräutigam gegen jeden Angriff beizustehen; zum Dank dafür warb für ihn Tyndareos bei Penelope. Als I. Penelope dem Odysseus zum Weibe gegeben hatte, versuchte er diesen in Lakedaimon anzusiedeln und auch Penelope zum Bleiben zu bestimmen. Als aber Odysseus sich weigerte und mit Penelope nach Ithaka zog und I. ihnen ebenfalls folgte, befahl er Penelope, mit ihm entweder freiwillig fort zu gehen oder sich für ihren Vater zu entscheiden und nach Lakedaimon zurückzukehren. Als nun daraufhin Penelope nichts erwiderte, dem Odysseus jedoch durch schamhaftes Verhüllen andeutete, daß sie ihm folgen wolle, habe I. abgelassen und an jenem Ort eine Bildsäule der Αἰδώ errichtet (Paus. ΙΙΙ 20, 10). Vgl. auch Hermesianax bei Athen. 597 e. Eine bildliche Darstellung des I. als Greis befindet sich auf der Berliner Vase des Hieron (Furtwängler nr. 2291). Vgl. auch Schultz in Roschers Myth. Lex. a. v.

[Heeg. ]