Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
korrigiert  
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
patrensischer Dionysosheros, Stifter eines Bildes des Dionysos-Aisymnetes
Band VI,1 (1907) S. 13491350
Eurypylos (Heros von Patrai) in der Wikipedia
Eurypylos in Wikidata
Bildergalerie im Original
Register VI,1 Alle Register
Linkvorlage für WP   
* {{RE|VI,1|1349|1350|Eurypylos 6|[[REAutor]]|RE:Eurypylos 6}}        

6) Patrensischer Dionysosheros, mit alljährlichen ἐναγίσματα am Dionysos (= Aisymmetes)-Fest verehrt (Paus. VII 20, 1), und zwar als Sohn des Euaimon (19, 10); sein Grabmal auf der Akropolis [1350] zwischen Altar und Tempel der Artemis Laphria (19, 1): Stifter (19, 8) und Überbringer der heiligen Lade mit dem Bild des Dionysos-Aisymnetes, eines Hephaistoswerkes (VII 21, 6. IX 41, 2), das keinem Besucher gezeigt wurde (IX 41, 2), wohl mit der Begründung, dass sein Anblick Wahnsinn bringe. Wenigstens geschah so dem E. beim Öffnen des Deckels (VII 21, 7). Der Ort der Stiftung muß der Tempel dieses Dionysos an der Strasse vom Markt zum Hafen (VII 21, 6) gewesen sein, unterhalb dessen E. nach seiner Heilung vom Wahnsinn ein Heiligtum der Artemis Soteria stiftete (VII 21, 7). Die Lade hatte E. aus der troischen Beute erhalten, nachdem sie entweder von Aineias zurückgelassen, oder von Kassandra tückischerweise, dem Feinde zum Verderben, ins Meer geworfen wurde (19, 6f.). Auch des weiteren hat die Legende eine doppelte Form, je nachdem sie die Formel ξένη θυσία oder ξενικός δαίμων erklären soll. Im letzteren Fall hat der delphische Gott den Patrensern (eig. Einwohnern des alten Aroë) Ablösung der alten Verpflichtung, der Artemis Triklaria alljährlich den schönsten Knaben und das schönste Mädchen zu opfern, verheissen, wenn ein βασιλεὺς ξένος ξενικὸν δαίμονα brächte. E. erfüllt das Orakel (19, 6). Im ersteren Falle ist dem E. Heilung der dionysischen μανία verheissen, wenn er Menschen beim Darbringen einer ξένη θυσία anträfe; dort solle er Wohnung machen und die λάρναξ stiften. Dies erfüllte sich in Aroë, dem einen Urort von Patrai (19, 8. 9). Nach Maass (Gött. Gel. Anz. 1890, 345) ist die Beziehung auf die Troïka auszuschalten, wie bei E. Nr. 10 (s. u.) die auf Herakles troischen Zug.