Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Landschaft am oberen Haliakmon in Ober-Makedonien
Band V,2 (1905) S. 23672368
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Elimeia (Ἐλίμεια, Ἐλιμία). 1) Landschaft am oberen Haliakmon, deren Bewohner, die Ἐλιμιῶται, ursprünglich als Epeiroten galten, nach ihrer Unterwerfung durch die Makedonier aber, wie die benachbarten Oresten, zu Ober-Makedonien gerechnet wurden, Strab. VII 326. IX 434. Bei Thuk. II 99, 2 erscheinen sie noch unter den selbständigen Stämmen Makedoniens, und Aristot. pol. V 8, 11 kennt einen König von E. als Schwiegersohn des Archelaos. Es ist vielleicht derselbe Derdas (s. d.), welcher nach Xen. hell. V 2, 38. 40. 3, 1f. 9 als Fürst (ἄρχων) von E. neben Amyntas II. erscheint [2368] und die Spartaner im Kampf gegen Olynth (382/1 v. Chr.) mit 400 Reitern unterstützte, s. E. Meyer Gesch. d. Alt. V 56. 302ff. O. Abel Makedonien 155. 173. 213f. Dieses elimiotische Fürstengeschlecht war eine Seitenlinie des makedonischen und wird auf Arrhidaios, Sohn des Amyntas I. und Bruder Alexanders I., zurückgeführt, s. d. Bd. II S. 1248 Nr. 1. Alexander d. Gr. zog 335 v. Chr. aus Illyrien über E. nach Thessalien, Arr. anab. I 7, 5; in seinem Heere kämpfte eine besondere Abteilung aus E. (Ἐλιμιῶτις στρατιά) bei Arbela, Diod. XVII 57, 2. Mehrfach wird die Landschaft in den Kämpfen zwischen Makedonien und Rom genannt; so durchzog sie im J. 199 P. Sulpicius Galba, Liv. XXXVI 40, 1; Perseus gelangt dorthin in einem Tage vom See Begorritis aus, Liv. XLII 53, 5 (171 v. Chr.), und bedrängt dort im folgenden Jahre (170) den Konsul A. Hostilius Mancinus, Plut. Aem. Paul. 9. Bei der Neuordnung Makedoniens durch Rom im J. 167 wurde E. dem 4. Kanton zugeschlagen, Liv. XLV 30, 6. Vgl. noch Abel Makedonien 27ff. 108. B. Giseke Thrakisch-pelasgische Stämme 104f. Leake North. Gr. III 305. 324. 339. Desdevises-du-Dezert Geogr. anc. de la Macéd. 304ff. u. ö. Demitsas Ἀρχ. γεωγρ. Μακεδ. II 68–79; Μακεδονία 216ff.