Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Häuptling der Haeduer
Band V,1 (1903) S. 12391240
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2) Divitiacus, Häuptling der Haeduer, Bruder des Dumnorix, im Gegensatz zu diesem durchaus den Römern ergeben. Nach der Niederlage der Haeduer durch die von Ariovistus unterstützten Sequaner war D. etwa 694 = 60 nach Rom gegangen, um dort Hülfe gegen die germanische Invasion zu erbitten (Caes. bell. Gall. I 31, 9. VI 12, 5, s. o. Bd. II S. 843). Damals kam er in Beziehungen zu Cicero, wurde dessen Gastfreund und gab ihm Auskunft über gallische Sitten und Gebräuche, namentlich über Religion und Cultus (Cic. div. I 90). Den Hauptzweck seiner Reise erreichte er nicht, doch als Caesar [1240] in Gallien erschien, schloss er sich sofort an diesen an und wurde von ihm in sein altes Ansehen wieder eingesetzt, das er durch seinen Bruder, den Führer der nationalen Partei, grösstenteils verloren hatte (Caes. I 16, 5. 18, 8). Er verwendete sich flehentlich für die Schonung seines Bruders und erwirkte ihm von Caesar Verzeihung (I 19, 2–20, 6). Wie schon früher, so war er auch Caesar gegenüber der Wortführer der Häuptlinge, die römische Hülfe gegen Ariovistus anflehten (I 31, 3ff. 32, 3). Sowohl in dem Kriege mit diesem 696 = 58 (I 41, 4), wie in dem mit den Belgen 697 = 57, leistete er den Römern wichtige Dienste (II 5, 2. 10, 5) und erhielt dafür die Begnadigung der Bellovaker bewilligt (II 14, 1ff.); nach dieser Zeit wird er aber nicht mehr erwähnt, woraus man vielleicht schliessen kann, dass er bald darauf gestorben ist, da Caesar sich seiner sonst wohl noch bedient hätte.