Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Claudius Ch. von Pergamon, Historiker, cos. suff. 147 n. Chr.
Band III,2 (1899) S. 21222123
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19) Charax von Pergamon (FHG III 636–645. IV 669), Schriftsteller des 2. oder 3. nachchristlichen Jhdts. Hesychios (Suid. s. v.) wusste über ihn nur, was er aus einem Epigramm in einer [2123] Handschrift geschlossen hatte, dass er Priester in Pergamon gewesen sei; im 7. Buch – der Ἑλληνικά – fand er Nero und seine Nachfolger erwähnt. Die Ἑλληνικά – nach Suidas in 40 Büchern, die Citate reichen bis zum zehnten (ὁ Χάραξ ιω Schol. Aristid. p. 65, 9 Dind.) und zwölften (s. u.) – sind wegen der pragmatischen Darstellung der Sagengeschichte viel gelesen, wie die Citate in den Scholien zu Dionys. per. 64. 687 und Aristeides p. 17, 24. 65, 9 und in der Excerptensammlung des Cod. Vat. 305 (Myth. gr. ed. Westermann p. 324. 325) beweisen; wo sie in den Homer- (Il. XVIII 483 T) und Aristophanesscholien (Wolk. 508) vorkommen, sind sie als jüngste Zusätze aufzufassen. Stephanos hat ihn sicher selbst excerpiert. Den Byzantinern (Euagr. h. e. V 24. Eust. p. 1859, 44) gilt er als ein Hauptvertreter der ‚historischen‘ Mythendeutung. So haben sich auch Fälschungen eingeschlichen; frg. 14 (aus Eustathios Commentar zu Dion. per. 689) und 18. 19 (Mal. p. 81. 175 = Chron. pasch. p. 207. 208 = Ioann. Ant. Salm. frg. 31; das Fragment ist eines, wie die besseren Lesungen des Chron. pasch. zeigen) verraten die byzantinische Mache auf den ersten Blick, doch vermag ich unter den übrigen Fragmenten keines zu finden, das mit Sicherheit für unecht erklärt werden müsste. Die Χρονικά scheinen nur Stephanos bekannt gewesen zu sein. Heringas Conjectur zu Schol. Apoll. IV 1470 εἴρηκεν αὐτὸ Χάραξ ἐν πρώτωι Χρονικῶν ist falsch, da in dem überlieferten αὐτὸ χάρις ἐν πρώτωι χρόνων nicht nur χάρις, sondern αυτοχαρις verdorben ist und die Apollonioscommentatoren zu gute Philologen waren, um ein so spätes und unwissenschaftliches Werk wie das des Ch. zu citieren. Die Citate reichen bis zum 11. Buch; die beiden aus dem 12. (Steph. Byz. s. Κούριοι. Φιδήνη) gehören in die Ἑλληνικά. Chronologisch zu bestimmen sind annähernd oder genau frg. 30 (mit verdorbener Buchzahl) Miltiades Eroberung von Lemnos; aus dem 6. Buch frg. 31 Eroberung von Oreos durch die Athener 341, frg. 32 Alexander in Drangiana 329; aus dem 8. frg. 34 (wo Ἀλαβούριον alte Verschreibung für Ἀταβούριον ist) und 35 Eroberung von Koilesyrien durch Antiochos Megas 218, vgl. Polyb. V 70; aus dem 10. frg. 36 (Κόιντος = Q. Fabius Maximus Servilianus cos. 142). 37 (vgl. Plin. III 14 mit App. Iber. 68) Krieg gegen Viriathus; frg. 39 (vgl. Strab. XVI 752) Aufstand des Diodotos Tryphon 143/2; aus dem 11. frg. 38 Katastrophe Tryphons 139/8. Dass es in den ersten Büchern an fingierten Königslisten nicht fehlte, zeigt frg. 25.

Nachträge und Berichtigungen

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Band S XII (1970) S. 148
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S. 2122 zum Art. Charax 19):

Claudius Charax lautet der volle Name des Schriftstellers (FGrH 103), der jetzt auch zeitlich fixiert werden kann; unter Antoninus Pius kam er in den römischen Senat und war cos. suff. April–Juni 147 mit Q. Fuficius Cornutus, Inscr. It. XIII 1, p. 206, Z. 8.

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19) Claudius Ch. von Pergamon, Historiker, cos. suff. im J. 147 n. Chr. S XII.