Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Stadt in Kappadokien, heute Kayseri
Band III,1 (1897) S. 12891290
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5) Caesarea in Kappadokien, früher Mazaka oder Eusebeia (Εὐσέβεια), am Argaios (ἡ πρὸς τῷ Ἀργαίῳ), Hauptstadt von Kappadokien, in der Landschaft (praefectura) Cilicia. Folgende Namensformen finden sich: Mazacum (Plin. n. h. VI 8), Μάζα (Ptol. V 6, 15), Κεσαρία Καππαδοκία(ς) (Müller Denkmäler d. alten Kunst LXXII 416 = CIG 7287), Καισαρεία μητρόπολις (Head HN 633. Imhoof-Blumer Monnaies grecques 416ff. Blanchet Revue numism. XIII 65ff., daher wohl bei Solin. 45, 4 und Mart. Capella VI 690 die Bezeichnung mater urbium). Der Name Mazaka wurde abgeleitet von Mosoch, dem Stammvater der Kappadokier (Const. Porphyr. de them. I p. 20. Joseph. ant. Iud. I 125. Philostorg. hist. eccles. IX 12). Eusebeia hiess sie vielleicht nach dem auf Münzen genannten Ariarathes Eusebes (Imhoof-Blumer a. a. O.). Den Namen C. erhielt sie von Tiberius, nachdem dieser 17 n. Chr. Kappadokien zur Provinz gemacht hatte. Ramsays Behauptung (Asia minor 303ff.), dass die Änderung auf Claudius zurückgehe, ist direct nur durch Sozomenus (nicht Socrates) hist. eccles. V 4 und Cassiodor hist. eccles. trip. VI 4 gestützt; die andern Beweise sind wohl nicht überzeugend genug, um die entgegenstehenden Angaben des Altertums zu entkräften (Eutrop. VII 11, 2. Suid. s. Τιβέριος und Καισάρεια. Hieron. chron. p. 147 Schoene). Immerhin ist zu beachten, dass Strabon (XII 538ff.) wohl Kappadokien als Provinz, nicht aber den Namen C. kennt. Nach Sex. Rufus breviar. 11 war es Archelaos, nach Const. Porphyr. de them. I p. 20ff. ed. Bonn. Iulius Caesar, der die Umnennung veranlasste. Hirt. bell. Alex. 66, 4. Plin. n. h. VI 8. Ptol. V 6, 15. Itin. Ant. 179, 5. 201. 205ff. 210. 211ff. 214. Tab. Peut. X 2, 3 (Miller). Philostr. vit. sophist. II 13. Ammian. Marc. XX 9, 1. Hierokl. 698, 6. Not. episc. 1, 8 u. a. Bei der Teilung der Provinz Kappadokien unter Kaiser Valens blieb C. Metropolis von Cappadocia prima (Hierokl.). Dass der Name Μάζακα auch später noch gebraucht wurde, zeigt CIG 4472. Hauptstelle über die Stadt ist Strab. XII 537–539, dazu vgl. Procop. de aedif. V 4. Niceph. Bryenn. II 3. Münzen: Eckhel III 187. Mionnet IV 407; Suppl. VII 658ff. Imhoof-Blumer a. a. O. Über Münzen mit Serapiskult Wien. Numism. Ztschr. XXI 232. Die unbedeutenden Ruinen der Stadt, Eskischehir (türkisch) oder Zorzot (armenisch; Lejean Bull. d. l. société d. géographie V. sér. XX t. 8) genannt, liegen südwestlich vom heutigen Kaisarieh, sie sind mehr oder minder ausführlich beschrieben von Kinneir Journey through Asia minor 98ff. Brant Ausland 1837, 275. Texier Description de l’Asie Mineure II 47. 53ff. Hamilton Reisen in Kleinasien (Übers.) II 248ff. Barth Petermanns Mitt. [1290] Erg.-Heft 3, 56. Cuinet Turquie d’Asie I 307ff. Ein Plan der Ruinen bei Lejean a. a. O.

[Ruge. ]