Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Meertier
Band II,1 (1895) S. 824 (IA)
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2) aries = κριός, Meertier von gewaltiger Grösse und Stärke. Plinius n. h. IX 10 berichtet, dass sich solche zur Zeit des Tiberius an der gallischen (West?) Küste zeigten. Sie wagen sich selbst an Fischerkähne, Plin. n. h. IX 145. Opp. Hal. V 32. Claud. nupt. Hon. 163; sie gehören zu den wenigen κήτη, die sich den Küsten nähern, Opp. Hal. I 372. Weiteres über ihre Stärke und Gefährlichkeit bei Aelian. n. a. IX 49. XV 2. Soweit Wirkliches zu Grunde liegt, wird an den Schwertwal (Orca) zu denken sein (Brehm Tierl. III 602), der freilich heute im Mittelmeer nicht vorkommt, während Aelian a. a. O. die κριοί zwischen Sardinien und Corsica überwintern lässt. Doch spricht für diese Gleichsetzung das Hauptkennzeichen des Tieres: weisse Streifen oder Flecken an der Stirne (ταινίαι, πλόκαμοι), über deren Bedeutung man Aelian a. a. O. nachlese.