Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Iran. Volk am Etymandros
Band II,1 (1895) S. 821 (IA)
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Ariaspai, ein iranisches Volk am unteren Etymandros zwischen den Drangai und Arachotoi, das durch den Alexanderzug bekannt und von einigen mit den Arimaspoi verwechselt wurde. Arrian. anab. III 27, 4f. IV 6, 6. Diod. XVII 81. Strab. XV 724. Curt. VII 3, 1. Iust. XII 5, 9. Der Sage nach hatten sie einst den Kyros und sein Heer durch reichliche Getreidezufuhren und Beschaffung von Kleidern vom Untergang durch Hunger und Kälte gerettet und dafür den Ehrennamen Euergetai (pers. ὀροσάγγαι? vielmehr ʿuvarzaka), sowie das Privilegium der vollen Unabhängigkeit erhalten; auch Alexander bestätigte ihre freie Gauverfassung. Um 128 v. Chr. drangen die Sakai vom Iaxartes in ihr Land ein, das fortan Çakastâna (neupers. Segistân, Seïstân) hiess; als parthisches Gebiet beschreibt Isidoros Char. 18 Sakastene (s. d.). Aryâçpa bedeutet ,Besitzer folgsamer Rosse‘; aus der Kyrossage ergiebt sich jedoch Weizenbau als ihre Hauptbeschäftigung. Der gelbe und braune Lössboden des Hîlmendthales erweist sich überaus günstig für die Agrikultur, und überdies hatte der Fleiss der Bewohner grossartige Wassergräben vom Strome abgeleitet, welche die Sage als Arbeiten des Heros Kereçâçpa (skr. Kṛçâçva, ,Besitzer schlanker Rosse‘) hinstellt; der grösste Irrigationscanal am südlichen Ufer von Band-i-Trâkû bis Landai-Bârâčî heisst noch jetzt Ğûi-i-Geršasp. Über die zahlreichen Ruinen von Festen und Ortschaften an dem jetzt meist versandeten Unterlauf des Hîlmend geben die Berichte von Christie, Ferrier und Bellew (s. u. Sakastene) Auskunft.