Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Arzt aus Pergamon, lebte vor Galen
Band II,1 (1895) S. 150 (IA)
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104) A. von Pergamon (Oribas. V 575 = II 65), nicht zu verwechseln mit dem Landwirt gleichen Namens (Plin. Ind. I 8. 10. 14. 16. 17. 18. Varro r. r. I 1, 8. Col. I 1, 9), lebte sicher vor Galen (XI 322 = Oribas. II 64) und wenn er identisch ist mit dem von Alexander von Tralles (I 559. 561 Puschm.) erwähnten Α., nach Xenokrates von Aphrodisias (75 n. Chr.). Ohne Zweifel gehört ihm das von C. F. Matthaei Opusc. clar. med. gr., Moskau 1808, 144 herausgegebene Fragment über das Schröpfen an, das im Auszuge von Oribasios (Coll. med. VII 19 Daremb. = vol. II 64f.) erhalten ist und in dem der Verfasser ausdrücklich bezeugt, dass er in Asien beim Ausbruch einer Pest gelebt und, selbst von der Krankheit befallen, sich durch Schröpfen das Leben gerettet habe. Die Vorschriften, die er über das Schröpfen giebt, sind durchaus massvoll und verständig. Den Aderlass verwarf er keineswegs, er wandte ihn aber nur bei schweren Erkrankungen an, wenn viel Blut auf einmal zu entziehen war (Oribas. II 65). Er behauptete, dass die Wasserscheu als Folge des Hundsbisses unheilbar sei (Oribas. V 418f.).