Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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cos. 440 n. Chr.
Band I,2 (1894) S. 2072 (IA)–2073 (IA)
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9) Consul 440, Neffe des Sporacius, der 452 Consul war (Anth. Pal. I 7). Seit dem J. 438 ist er als Magister utriusque militiae per Orientem nachweisbar (Nov. Theod. 4 pr. Cod. Iust. XII 54, 4. Theodor. ep. 45 = Migne Gr. 83, 1221; vgl. Cod. Iust. I 46, 3. XII 59, 7). Als solcher baute er in Antiochia die nach ihm benannte Stoa (Euagr. h. e. I 18 = Migne Gr. 86, 2472) und befehligte 441 einen Krieg gegen die Perser, der mit einem einjährigen Waffenstillstand endete (Marcell. chron.; vgl. Theoph. 59. 21. Procop. b. pers. I 2). Um das J. 446 wurde er nach Constantinopel berufen und erhielt dort den Titel eines Patricius und die Stellung des Magister militum praesentalis (Theodor. ep. 45. Prisc. frg. 13 Müller). Als solcher übernahm er zwei Gesandtschaften an Attila (Prisc. frg. 5. 8 p. 81. 13. 14) und wohnte 451 dem Concil von Chalcedon bei (Mansi Concil. coll. VI 564. 937. VII 1. 180. 185. 193 und sonst). Von seinem Eifer für die orthodoxe Kirche und seinem grossen Einfluss bei Hofe geben die an ihn gerichteten Briefe des Theodoret (45. 79. 92. 111. 119. 121. 138) Zeugnis. Er lebte noch nach 452 [2073] (Anth. Pal. I 7). Sievers Studien zur Gesch. d. röm. Kaiser 435.

[Seeck. ]