Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Stadt im südlichen Phokis, von den Thebanern in Besitz genommen
Band I,2 (1894) S. 1815 (IA)
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Ambrosos (Ἄμβρωσος oder Ἄμβρωσσος, auch Ἄμβρυσος oder Ἄμβρυσσος und Ἄμφρυσος; vgl. die Inschriften und Polyb. IV 25. Paus. IV 31, 5. X 36. Strab. IX 423. Steph. Byz. Plin. n. h. IV 8). 1) Stadt im südlichen Phokis, in der Niederung zwischen Kirphis und Helikon, bei dem jetzigen Distomo, wo sich noch einige Mauerreste von der Akropolis erhalten haben, s. Dodwell Class. u. topogr. Reise I 1, 262 f. d. d. Üb. Vischer Erinnerungen aus Griechenl. 600. A. war wie die übrigen phokischen Städte am Ende des phokischen Krieges zerstört worden und wurde dann von den Thebanern, die sie in Besitz genommen hatten und gegen Philipp von Makedonien verteidigen wollten, mit einer doppelten, sehr starken Mauer (jeder Mauerring war ziemlich 1 Klafter breit und 2½ Klafter hoch, der Zwischenraum zwischen beiden betrug 1 Klafter), ohne Zinnen und Thürme, befestigt, die noch Pausanias (X 36, 3), wenn auch an einigen Stellen verfallen, vorfand. Derselbe erwähnt ausserdem nur noch eine Agora von geringem Umfang mit einer Anzahl meist zerbrochener Statuen und einen ungefähr zwei Stadien südlich von der Stadt, an der Strasse nach Antikyra, gelegenen Tempel der Artemis Diktynnaia, der Hauptgottheit von Ambrosos, mit einem Kultbilde aus schwarzem Marmor im aiginetischen Stil; in der Umgebung der Stadt fand er ausser zahlreichen Weinbergen namentlich die strauchförmige Kermeseiche (κόκκος, quercus coccifera). Inschriften CIG I 1726–29. 1734. 1736f. Le Bas II 972–986. Bull. hell. V 439.