Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Fürst der Eburonen, eines belgischen Stammes zwischen Maas und Rhein
Band I,2 (1894) S. 1799 (IA)
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Ambiorix, Fürst der Eburonen, eines belgischen Stammes zwischen Maas und Rhein (Caes. b. g. V 24), der durch Caesar von der Clientelherrschaft der Aduatuker befreit wurde (b. g. V 27, 2). Im J. 700 = 54 liess Caesar im Gebiet der Eburonen eine Legion und fünf Cohorten unter den Legaten Q. Titurius Sabinus und L. Aurunculeius Cotta überwintern. Unter Führung der beiden Fürsten A. und Catuvolcus erhoben sich die Eburonen gegen die römische Herrschaft. A. bewog durch falsche Vorspiegelungen die Römer, ihr Lager zu verlassen, und machte in verräterischer Weise den ganzen Heerhaufen auf dem Marsche nieder (b. g. V 26–37. Dio XL 5–6). Verstärkt durch das Aufgebot der Aduatuker, Nervier, Menapier, welche sich dem Aufstande anschlossen, rückte A. gegen das Lager des Q. Cicero, der im Gebiet der Nervier überwinterte. Cicero wurde eingeschlossen und geriet in arge Bedrängnis. Doch hoben die Gallier auf die Kunde von Caesars Herannahen die Belagerung auf und wurden bei einem Angriff auf Caesars Lager völlig geschlagen, worauf sie sich verliefen (b. g. V 38–52. Dio XL 7–11. Frontin. str. III 17, 6). A. hat auch in den folgenden Jahren weiter gegen die Römer gekämpft; Caesar übte Vergeltung, indem er das Land der Eburonen der allgemeinen Plünderung preisgab und den ganzen Stamm vernichtete, aber der Person des A. wurde er nicht habhaft (b. g. VI 5. 30ff. 43. VIII 24. 25). Nach Flor. I 44 perpetua trans Rhenum fuga latuit.

[Klebs. ]