Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Bornholm“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 3 (1886), Seite 226
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Bornholm. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 3, Seite 226. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Bornholm (Version vom 23.09.2022)

[226] Bornholm, eine zum dän. Stift Seeland gehörige Insel in der Ostsee, 39 km von der schwedischen Küste entfernt, das Amt B. umfassend, 584 qkm (10,6 QM.) mit (1880) 35,364 Einw. Der nordwestliche Teil der Insel besteht aus Granit und Gneis, von Thon überlagert, und bildet eine ca. 80 m hohe Ebene. Die Küstengegenden sind fruchtbar, das Innere ein Heideplateau (hohe Heide) mit den höchsten Punkten: Ruthskirkebakke (137 m) und Rytterknegten (156 m). Sonst besteht der Boden namentlich aus Sandstein, Schiefer und Kalkstein. An der Westküste befinden sich Steinkohlengruben, und auf einem isoliert gelegenen Felsen stehen die Ruinen des Schlosses Hammershus (s. d.). B. enthält keine adligen Güter, Herrenhöfe oder Bauerndörfer, jeder Landsitz ist Selbsteigentum. Die Bevölkerung treibt außer Ackerbau und Viehzucht noch einigen Bergbau, Fischfang und hauptsächlich Schiffahrt. B. besaß 1883 eine Handelsflotte von 188 Schiffen mit 11,956 Ton. Die größtenteils felsigen Küsten bilden Buchten, die den Schiffen Schutz gegen die Stürme und zugleich einen guten Ankergrund gewähren. Der größte Hafenplatz ist Rönne (s. d.). Unfern von B. gegen NO. liegen 3 Inseln, die sogen. Ertholme (s. Christiansö). – B., im Altertum Burgundarholm, Burgendaland, später Borendoholm genannt, bildete zu Ende des 9. Jahrh. ein eignes Königreich, kam dann an die Krone Dänemark und war 1299–1520 als Lehen im Besitz des Erzbistums Lund, worauf es unter Christian II. königlich wurde. 1510 ward die Insel von den Hanseaten verheert, 1522 von den Lübeckern erobert und 1525 an letztere verpfändet, aber 1576 wieder eingelöst. Die Schweden eroberten B. unter Wrangel im Juni 1645 und erhielten es im Roeskilder Frieden 1658 förmlich abgetreten, wurden aber schon im Dezember d. J. durch die Einwohner unter der Anführung von Jens Kloefod wieder vertrieben; 1809 wurde B. nach hartnäckigem Widerstand von den Engländern erobert, im Frieden von Kiel (14. Jan. 1814) aber wieder an Dänemark zurückgegeben. (S. Karte „Dänemark“.)