Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Amarantus“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 1 (1885), Seite 440
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Amarantus. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 1, Seite 440. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Amarantus (Version vom 20.08.2021)

[440] Amarantus L. („unverwelklich“, Amarant, Fuchsschwanz, Samtblume), Gattung aus der Familie der Amarantaceen, einjährige Kräuter mit abwechselnden Blättern und zu end- und achselständigen, oft rispig verzweigten Scheinähren geordneten Blüten, deren trockenhäutige Hüllen und Deckblätter nach dem Absterben der Pflanze ihre Farbe bewahren. Von ca. 80 bekannten Arten sind folgende schöne Zierpflanzen: A. caudatus L. (Gartenfuchsschwanz, Tausendschön), in Peru, Persien und auf Ceylon einheimisch, mit langen, vielfach aus dichten Blütenknäueln zusammengesetzten, dunkelroten, auch grün variierenden (A. caudatus viridis) Blütenähren, welche einem buschigen Tierschwanz gleich bogig herabhängen; A. sanguineus L., auf den Bahamainseln, dunkel blutrot, mit 90–125 cm hohem, ästigem Stengel, eirund-länglichen, zugespitzten, unten bräunlichgelb-purpurroten Blättern und glänzend blutroten Ähren; A. salicifolius Veitch,m hoch, von pyramidalem Wuchs, mit langen, hängenden, wellenförmigen, zuerst bronzegrünen, später leuchtend gelbroten Blättern; A. speciosus Sims., oft bis 2 m hoch, mit karminroten Blättern und aufrechten, dicken, pyramidal rispigen, dunkelpurpurnen Ähren; A. tricolor L. (Papageienfeder, Tausendschön), in Ostindien, China, mit 30–60 cm hohem Stengel, schönen ei-lanzettförmigen, spitzigen, grün, gelb und hochrot gefärbten Blättern und in ansitzenden, dichten, winkelständigen Knäueln vereinigten Blüten; A. Blitum L., mit ausgebreitetem, aufstrebendem, kahlem Stengel, eiförmigen, fast rautenförmigen, stumpfen, schwach gekerbten Blättern und grünlichen Blütenknäueln, auf Schutt, Uferkies etc. in Süd- und Mitteleuropa, wird, wie A. prostratus Balbis, in Italien, Frankreich und Süddeutschland, mit gefurchtem, kahlem, 45–60 cm hohem Stengel, abwechselnden, grünen Blättern und ährenförmigen, end- und achselständigen, weißlichgrünen Blütenrispen, und A. sylvestris Desf. (A. litoralis Host.), in Frankreich, Süddeutschland, besonders in den Rheingegenden und am Litorale, auch in Taurien, als Gemüse gegessen; A. frumentaceus Buchan, in Ostindien, mit 2 m hohen Stengeln, elliptisch-lanzettlichen, häufig dunkelroten Blättern und aufrechten Blütenschweifen, wird in Maissur und andern Gegenden Ostindiens im großen angebaut, indem das aus den weiß berandeten Samen bereitete Mehl dort ein wichtiges Nahrungsmittel abgibt; A. oleraceus L. (Gemüseamarant), ebenfalls in Ostindien, Java und Ägypten, mit 60 cm hohem Stengel, eirunden, stumpfen oder ausgerandeten, kurz stachelspitzigen, welligen Blättern und bleichgrünen Blüten, ist in der Heimat eine beliebte Gemüsepflanze. Vgl. Willdenow, Historia Amaranthorum (Berl. 1790).