Kalewala, das National-Epos der Finnen/Einundzwanzigste Rune

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aus: Kalewala, das National-Epos der Finnen
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[120]
Einundzwanzigste Rune.


     Selbst die Wirthin von Pohjola,
Sie, die Alte Sariola’s,
War gerade nicht zu Hause,
War mit Arbeiten beschäftigt,
Hört vom Sumpf die Peitsche knallen,
Von dem Strand den Schlitten rauschen,
Warf die Augen hin nach Nordwest,
Kehrte ihren Kopf zur Sonne,
Dachte nach und überlegte:

10
„Was für Volk erscheinet dorten

An dem Strande, o ich Arme,
Sind es große Kriegesschaaren?“
     Blickte näher nach dem Orte,
Sucht ihn näher zu betrachten,
Waren keine Kriegesschaaren,
War das große Volk der Freier,
In dem Haufen war der Eidam,
In der Schaar der guten Leute.
     Selbst die Wirthin von Pohjola,

20
Sie, die Alte Sariola’s,

Als den Eidam sie erblicket,
Redet Worte solcher Weise:
„Glaubte, daß der Wind dort stürme,
Daß ein Haufen Holz dort stürze,
Daß des Meeres Strand erbrause,
Daß der Kiessand lärmend tose,
Blickte näher nach der Stelle,
Sucht’ sie näher zu betrachten,
War kein Wind, der dorten stürmte,

30
War kein Holz, das dort gestürzet,

Nicht erbraust der Strand des Meeres,
Nicht getobet hat der Kiessand,
Waren meines Eidams Leute,
Waren zweimal hundert Männer.“
     „Wie erkenne ich den Eidam,
In der Männer Schaar den Eidam?
Kenntlich ist er in dem Haufen
Wie der Elsbeerbaum im Walde,
Wie die Eiche in dem Haine,

40
Wie der Mond im Sternenhaufen.“

     „Fährt dort mit dem schwarzen Rosse,
Das dem gieren Wolfe gleichet,
Einem beutefrohen Raben,
Einer Lerche, die da flattert,
Sechs der goldnen Vöglein zwitschern
An der Wölbung von dem Krummholz,
Sieben blaue Vöglein trällern
An den Riemen von dem Joche.“
     Lärmen hört man von der Straße,

50
Deichsel auf dem Wege knarren,

Auf den Hof gelangt der Eidam,
Und des Eidams Schaar zum Hause,
In dem Haufen stand der Eidam,
In der guten Männer Mitte,
Stand dort nicht zu sehr nach vorne,
Stand auch nicht zu sehr nach hinten.
     „Knaben kommt und Helden eilet,
Auf den Hof, o längste Männer,
Um das Brustband abzunehmen,

60
Um die Riemen rasch zu lösen,

Um die Deichsel schnell zu senken,
Um den Eidam einzuholen!“
     Eilends lief das Roß des Eidams,
Schleuderte den bunten Schlitten
Längs des Hofs des Schwiegervaters;
Sprach die Wirthin von Pohjola:
„O du Knecht, den ich gemiethet,
Schönster Diener in dem Dorfe!
Nimm nun rasch das Roß des Eidams,

70
Binde rasch das weißbestirnte

Aus dem kupfernen Geschirre,
Aus dem zinnbeschlagnen Bande,
Aus den Riemen, die gar theuer,
Aus dem Krummholz, das von Weiden,
Führe du das Roß des Eidams,
Leite du es gar bedächtig
Mit den seideweichen Zügeln,
An den silberreichen Riemen
Zu dem weichen Platz zum Wälzen,

80
Auf die flachgebahnten Fluren,
[121]

Auf die stillen Schneegefilde,
Auf das Land mit Milchesfarbe!“
     „Tränke du das Roß des Eidams
Aus der Quelle in der Nähe,
Deren Naß stets munter fließet,
Gleich den Molken lebhaft sprudelt
An der goldnen Fichte Wurzel,
An der Tanne voller Schatten.“
     „Füttre du das Roß des Eidams

90
Aus dem goldnen Futterkasten,

Aus der kupferreichen Schachtel
Mit gelesnem Korn und Gerste,
Mit gekochtem Sommerweizen,
Mit gestampftem Sommerroggen!“
     „Führe dann das Roß des Eidams
Zu der allerbesten Krippe,
Zu der allerhöchsten Stelle,
Zu der hintersten der Hürden,
Binde dort das Roß des Eidams

100
Fest an gute, goldne Ringe,

An die eisenreichen Haken,
An die Stütz’ vom Masernholze;
Gieb dem Rosse meines Eidams
Eine Mulde voll von Hafer,
Eine zweite heugefüllet
Und voll Spreu gieb ihm die dritte!“
     „Striegle du das Roß des Eidams
Mit der Bürst’ aus Fisches Gräten,
Daß die Haare nicht verderben,

110
Nicht der Schweif beschädigt werde;

Decke du das Roß des Eidams
Mit der silberreichen Decke,
Mit dem golddurchwirkten Tuche,
Mit der kupferreichen Hülle!“
     „Küchlein ihr, des Dorfes Knaben,
Führt den Eidam in die Stube,
Mit den unbedeckten Haaren,
Mit den Händen ohne Handschuh!“
     „Möchte sehen, ob der Eidam

120
In die Stube wohl gelanget,

Ohn’ die Thüre auszuheben,
Ohn’ die Pfosten wegzuschaffen,
Ohn’ das Querholz zu erhöhen,
Ohn’ die Schwelle zu vertiefen,
Ohn’ die Eckwand einzureißen
Und die Balken zu verrücken!“
     „Nicht gelangt zur Stub’ der Eidam,
In die Wohnung nicht dieß Goldstück,
Ohn’ die Thüre auszuheben

130
Und die Pfosten wegzuschaffen,

Ohn’ das Querholz zu erhöhen
Und die Schwelle zu vertiefen,
Ohn’ die Eckwand einzureißen
Und die Balken zu verrücken,
Einen Kopfhoch ist der Eidam,
Eine Ohrenlänge höher.“
     „Hebet nun der Thüre Querholz,
Ohne daß die Mütz’ er lüfte,
Laßt die Schwelle tiefer werden,

140
Ohn’ den Absatz zu berühren,

Schaffet fort die Seitenpfosten,
Öffnet weit die Eingangsthüre,
Wenn herein der Eidam schreitet,
Wenn der Brave näher kommet!“
     „Gott der gute sei gepriesen,
Eingetreten ist der Eidam!
Möchte in die Stube blicken,
Meine Augen dahin richten,
Ob die Tische dort gewaschen,

150
Ob die lange Bank begossen,

Ob die Planken wohl gescheuert
Und die Bretter wohl gekehret!“
     „Blicke in der Stube Innres,
Kann es durchaus nicht erkennen,
Nicht, aus welchem Holz die Stube
Und das Schutzdach wohl gezimmert,
Wo die Wände hergenommen
Und die Planken so gefüget.“
     „Igelknöchern sind die Seiten,

160
Rennthierknochen sind im Grunde,

Vielfraßknöchern ist die Thürwand,
Lämmerknöchern ist das Querholz.“
     „Apfelhölzern sind die Sparren,
Masernholz die schönen Pfosten,

[122]

Blumen sind des Ofens Stützen,
Brachsenschuppen sind die Decke.“
     „Ganz von Eisen ist die Sitzbank,
Deutsche Planken sind am Boden,
Goldgeschmückt sind auch die Tische,

170
Seide deckt den ganzen Boden.“

     „Kupfern ist des Ofens Masse,
Gute Steine sind am Herde,
Meeresstein am Dach des Ofens,
Kalew’s Baum dient zum Verschlage.“
     In die Stube drang der Freier,
Eilt’ behende in die Wohnung,
Redet Worte solcher Weise:
„Laß, o Gott, Gesundheit kommen
Zu den weitberühmten Sparren,

180
Zu dem schöngebauten Hause!“

     Sprach die Wirthin von Pohjola:
„Voll Gesundheit sei dein Kommen
In den kleinen Raum der Stube,
In das Haus, das niedrig stehet,
In die tannenreiche Wohnung,
In die fichtenreiche Stätte!“
     „Heda! Mädchen, das mir dienet,
Du gedungne Magd des Dorfes!
Bringe Feuer mit der Rinde,

190
Bring’ es auf des Kienspans Spitze,

Daß den Eidam ich betrachte,
Ich des Freiers Auge schaue,
Ob sie bläulich oder bräunlich
Oder weißlich wie die Linnen.“
     Brachte nun das kleine Mädchen,
Die gedungne Magd des Dorfes
Feuer mit der Birkenrinde,
Bracht’ es auf des Kienspans Spitze.
     „Auf der Rinde lärmt das Feuer,

200
Schwarz erhebet sich der Theerrauch,

Eidams Auge würd’ geräuchert,
Und geschwärzt des Antlitz’s Farbe;
Bringe Feuer mit der Kerze,
Mit dem Licht von weißem Wachse!“
     Brachte nun das kleine Mädchen,
Die gedungne Magd der Dorfes
Feuer mit der langen Kerze,
Mit dem Licht von weißem Wachse.
     Glänzend ist der Rauch des Wachses,

210
Hell das Feuer von der Kerze,

Macht des Eidams Augen sichtbar,
Läßt des Eidams Wangen glänzen.
     „Sah bereits des Eidams Augen,
Sind nicht bläulich, sind nicht röthlich,
Sind nicht weißlich wie die Linnen,
Glänzend wie der Schaum des Meeres,
Bräunlich wie des Meeres Binsen,
Schön zu schauen wie das Schilfrohr!“
     „Küchlein ihr, des Dorfes Knaben,

220
Führet jetzo meinen Eidam

Hin zu hochgelegnen Sitzen,
Zu dem allerhöchsten Platze,
An der blauen Wand der Rücken,
Mit dem Kopf zum rothen Tische,
Allen Gästen zugewendet,
Mit der Brust zum Lärm des Haufens!“
     Darauf speist des Nordlands Wirthin,
Speist und tränkt sie ihre Gäste,
Sättigt sie mit weicher Butter,

230
Nähret sie mit schönen Klößen,

Ihre eingeladnen Gäste,
Vor den andern ihren Eidam.
     Aufgeschichtet waren Lachse,
An den Seiten Schweinebraten,
Vollgefüllet die Geschirre,
Daß die Ränder kaum noch halten
Zu der Eingeladnen Speisung
Und des Eidams vor den andern.
     Sprach die Wirthin von Pohjola:

240
„Du mein liebes, kleines Mädchen,

Bringe Bier nun in den Krügen,
Bring es in den doppelöhr’gen
Zu den eingeladnen Gästen,
Zu dem Eidam vor den andern!“
     Brachte nun das kleine Mädchen,
Sie die Magd, für Geld gemiethet,
Her den Krug, daß er nun wirke,
Daß der reifenreiche wandre,

[123]

Daß die Bärte von dem Hopfen,

250
Weiß sie von dem Schaume fließen

Bei den eingeladnen Gästen
Und vor allen bei dem Eidam.
     Was geschah nun wohl dem Biere,
Was wohl sprach das reifenreiche,
Als es in des Sängers Nähe,
Zum Verherrlicher gekommen,
Zu dem alten Wäinämöinen,
Zu des Sanges kräft’ger Stütze,
Ihm, der kunstreich war in Liedern

260
Und der Zaubersprecher bester?

     Nahm das Bier vor allen andern,
Redet Worte solcher Weise:
„Liebes Bier, du schön Getränke,
Laß die Leut’ nicht schweigend trinken;
Treib die Männer zum Gesange,
Zu dem Lied mit goldnem Munde!
Wundern müssen sich die Wirthe,
Also sprechen muß die Wirthin:
Schon gewelket sind die Lieder,

270
Frohe Zungen schon verstummet,

Habe schlechtes Bier gebrauet,
Schlechten Trank hier eingegossen,
Da die Sänger gar nicht singen,
Liedersprecher sich nicht rühren,
Nicht die goldnen Gäste lärmen
Und der Jubelkuckuck schweiget.“
     „Wer soll hier ein Lied erheben,
Wessen Zunge hier ertönen
Bei des Nordlands großem Schmause,

280
Beim Gelage Sariola’s,

Nimmer singet hier die Sitzbank
Ohne Leute, die sie decken,
Nicht ertönet hier der Boden
Ohne Leute auf demselben,
Munter werden nicht die Fenster
Ohn’ die Wirthe an dem Fenster,
Lärmen nicht des Tisches Kanten
Ohn’ die Männer an den Kanten,
Nimmer wird das Rauchloch toben

290
Ohne die, die unten sitzen.“

Auf dem Boden saß ein Knabe,
Auf der Ofenbank ein Milchbart,
Sprach der Knabe von dem Boden,
Von der Ofenbank das Kindlein:
„Bin noch klein und jung an Jahren,
Bin gar schwach und dünn am Leibe,
Aber sei dem, wie ihm wolle,
Da die Fetteren nicht singen,
Nicht die kräft’gen Männer sprechen

300
Und die muntern sich nicht rühren,

Will ich, magrer Knabe, singen,
Ich, das dürre Kindlein, trällern,
Aus dem magern Leibe singen,
Bei den fettberaubten Hüften
Zu des Abends größrer Freude,
Zu des schönen Tages Ehre.“
     Auf dem Ofen lag ein Alter,
Redet Worte solcher Weise:
„Singen sollen hier nicht Kinder,

310
Nicht die schwachen Wesen wimmern,

Lügenreich sind Kinderlieder,
Unwahr sind der Mädchen Weisen:
Gieb das Lied dem Weisheitsvollen,
Dem, der Platz hat auf der Sitzbank!“
     Selber sprach drauf Wäinämöinen,
Er, der Alte, diese Worte:
„Giebt es hier in dieser Jugend,
In dem hochgeehrten Stamme,
Der die Hand zur Hand wohl legte,

320
Der sie an einander fügte,

Der an’s Singen sich dann machte,
Frohe Lieder dann erhöbe
Zu der Freude dieses Tages,
Zur Verherrlichung des Abends?“
     Sprach der Alte von dem Ofen:
„Nie hat man hieselbst gehöret,
Nie gehöret, nie gesehen,
Nie, so lang’ die Zeiten währen,
Einen Sänger, der da besser,

330
Einen weisern Zaubersprecher,

Als ich war, da ich geträllert,
Da als Kind ich oft gesungen,

[124]

Auf des Wassers weitem Busen,
Auf den Fluren laut gelärmet,
In dem Föhrenwald gerufen,
In dem dichten Hain gesprochen.“
     „Stark und schön war meine Stimme,
Meine Weisen waren herrlich,
Flossen gleich dem schönsten Flusse,

340
Rauschten wie des Wassers Strömung,

Glitten wie auf Schnee der Schneeschuh,
Auf der Fluth die Segelschiffe;
Schwer ist jetzo es zu sagen,
Schwerer ist es zu erkennen,
Was die starke Stimm’ gebrochen,
Was die liebe Stimm’ gesenket,
Nicht mehr ist sie gleich dem Flusse,
Strömt nicht mehr mit Fluthenfülle,
Gleicht der Hark’ auf Stubbenfeldern,

350
Einer Fichte auf der Schneetrift

Einem Schlitten in dem Sande,
Einem Boot auf trocknen Steinen.“
     Selbst der alte Wäinämöinen
Redet Worte solcher Weise:
„Wenn kein anderer erscheinet,
Um mit mir zugleich zu singen,
Mach’ ich mich allein an’s Singen,
Lass’ allein die Lieder schallen,
Da zum Sänger ich geschaffen,

360
Da zum Sprecher ich geboren,

Frage nicht den Weg von andern,
Nicht der Lieder Ziel von Fremden.“
     Selbst der alte Wäinämöinen,
Er, des Sanges ew’ge Stütze,
Macht sich an das Werk der Freude,
An die That des Liedersingens,
Läßt die Freudenlieder tönen,
Kräft’ge Worte laut erschallen.
     Sang der alte Wäinämöinen

370
Sang und ließ nun Weisheit hören,

Fehlt ihm nicht an guten Worten,
Nicht an Stoff zu schönen Liedern,
Eher fehlet Stein dem Felsen,
Einem Binnenwasser Blümlein.
     Sang der alte Wäinämöinen
Zu der Freud’ des langen Abends,
Daß die Weiber alle lachten,
Froh der Männer Laune wurde,
Daß sie lauschten, daß sie staunten,

380
Ob der Weisen Wäinämöinen’s,

Welche Staunen allen Hörern,
Staunen auch den Müß’gen brachten.
     Sprach der alte Wäinämöinen,
Redet, als den Sang er endet:
„Bin als Sänger nicht bedeutend,
Bin es nicht als Zaubersprecher,
Kann nicht viel als solcher leisten,
Habe nur ein schwach Vermögen;
Wenn der Schöpfer singen wollte,

390
Mit dem Munde Worte sprechen,

Würd’ er kräftig Lieder singen,
Würd’ er zauberkräftig sprechen.“
     „Säng’ des Meeres Fluth zu Honig,
Seinen Sand zu schönen Erbsen,
Meeres Kies zu gutem Malze,
Säng’ zu Salz des Meeres Steine,
Säng’ zu Kornland breite Haine,
Laubwald rasch zu Weizenfluren,
Berge bald zu süßen Kuchen,

400
Steine schnell zu Hühnereiern.“

     „Würde singen, würde zaubern,
Würde reden, würde sprechen,
Würd’ zu diesem Hofe zaubern
Voll von Kühen eine Hürde,
Ställe voll von buntgestirnten,
Fluren voll von milchbegabten,
Hundert Hörnerträgerinnen,
Tausend euterreichen Kühen.“
     „Würde singen, würde zaubern,

410
Würde reden, würde schaffen

Einen Luchspelz unserm Wirthen,
Einen Tuchrock unsrer Wirthin,
Feste Schuhe ihren Töchtern,
Rothe Hemde ihren Söhnen.“
     „Gott, gewähre du beständig,
Gieb, o Schöpfer voller Wahrheit,

[125]

Daß auf diese Art man lebe,
Daß man also sich befinde
Auf dem Schmause von Pohjola,

420
Beim Gelage Sariola’s,

Daß das Bier in Strömen fließe,
Sich der Honigtrank ergieße
In den Stuben von Pohjola,
In Sariola’s Wohngebäuden,
Daß die Tage man hier singe,
An dem Abend freudig lärme
In der Lebenszeit des Wirthen
Und so lang’ die Wirthin lebet!“
     „Gott, gewähre du Belohnung,

430
Gieb, o Schöpfer, du Vergeltung

Unserm Wirthen an dem Tische,
Unsrer Wirthin in dem Speicher,
Ihren Söhnen bei den Netzen,
Ihren Töchtern an dem Webstuhl,
Daß ja keiner Reu’ empfinde,
Niemand in dem nächsten Jahre
Über dieses lange Schmausen,
Über dieses Trinkgelage!“