Textdaten
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Autor: Ernst Deecke
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Titel: Herr Gottschalk Lunte
Untertitel:
aus: Lübische Geschichten und Sagen, S. 317–318
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1852
Verlag: Carl Boldemann
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Erscheinungsort: Lübeck
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Originalherkunft:
Quelle: Google, Commons
Kurzbeschreibung:
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[317]
179. Herr Gottschalk Lunte.

1531. Als Herr Nicolas Bröms und Herr Harmen Plönnies heimlich aus der Stadt gezogen waren, weil sie die Lehre des Evangeliums nicht gutheißen wollen, ward von den verordneten Bürgern Herr Gottschalk Lunte, Ritter, zum Burgemeister erwählt. Dieser hat in der S. Ottilien- oder Tilgen-Straße in dem langen Hause gewohnt, daran viele Lampen geschildert und geschnitzt waren. Die Ursach davon war diese. Herr Gottschalk hatte, wie er zu Felde gedient, allemal in seinen Panieren oder auf seinem Gezelt eine brennende Lampe geführt. Nun begab es sich, daß einmal ein fremder Cavalier durch Lübeck reiste, der ebenmäßig eine Lampe im Kriege gebraucht. [318] Da er nun Herrn Gottschalks Gewaffen gesehn, hat er sich dessen verwundert, und gefragt: wie es komme, daß er die Lampe auch führe? Darauf hat Herr Gottschalk sich hören lassen: er habe dieselbe redlich und rittermäßig im Kriege gewonnen, und werde sie behalten; was auch des Andern Begehren sein möchte. Weil nun keiner von ihnen die Lampe fahren lassen wollen, ist beschlossen, daß sie im öffentlichen Kampf darum streiten möchten; es wurden also die Steine am Markt aufgerissen, und alles mit Sand und Brettern zugerichtet, da sie denn beide in einem Turnier ritterlich darum gekämpft in Gegenwart vieler vom Adel, Bürger, Frauen und Jungfrauen, deren das Rathhaus und alle Fenster voll gewesen. Endlich hat Herr Gottschalk den Fremden vom Pferde gestochen, und dadurch die Lampe abermal erhalten. Sie hat ihm aber so sehr gefallen, daß er sie allenthalben anbringen lassen, ihrer auch als silbern Trinkgeschirr gebraucht hat.