Textdaten
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Autor: Frieda Schanz
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Titel: Gleichnis
Untertitel:
aus: Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl. S. 245
Herausgeber: Maximilian Bern
Auflage:
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Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Otto Eisner
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Commons = Google-USA*
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[245]

Gleichnis.

„Freund,“ sprachen sie, „wie du es treibst,
Kommst du bei Lebzeit nie in Mode!
Du sinnst und dichtest, ringst und schreibst
Und hungerst dich dabei zu Tode.

5
Die andern füllen Sack und Pack,

Du bleibst ein Bettler unter ihnen.
Begreife doch den Zeitgeschmack!
Lehr deine Muse Geld verdienen!“ – –

„Meint ihr? – – Einst war bei aller Not

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Ein schönes Kind mir Trost im Leide,

Die zahlte einst das Mittagbrot
Aus ihrem Beutel für uns beide;
Das nahm mein armer Stolz gar schwer!
Es war so gut gemeint im Grunde.

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Ich aber liebte sie nicht mehr

Vor Scham und Groll seit dieser Stunde!

Die Kunst ist nun mein Lieb und Licht. –
Lasst doch die andern ruhig prassen!
Ich mag mein Mittagbrot mir nicht

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Von der Geliebten zahlen lassen!“


Frieda Schanz.