Ein gutes Mittel gegen Fußschweiß

Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Ein gutes Mittel gegen Fußschweiß
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 32, S. 548
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1889
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite

[548] Ein gutes Mittel gegen Fußschweiß. Seit längerer Zeit wurde gegen schweißende Füße die Chromsäure als ein vortreffliches Mittel empfohlen, welches wirksamer als die bisher bewährten Salicylpräparate sein sollte. Die Zahl der Menschen, die an diesem Uebel leiden, ist eine sehr große und namentlich im Hochsommer wird es bei Marschtouren den Ausflüglern unangenehm. Es dürfte darum vielen erwünscht sein, ein zuverlässiges Urtheil über das zur Bekämpfung desselben empfohlene Mittel zu erfahren. Dies ist leicht möglich, dank den Versuchen, welche die Medizinalabtheilung des preußischen Kriegsministeriums im vorigen Jahre anstellen ließ. Es wurden infolge dessen 18 000 an Fußschweiß leidende Soldaten mit Chromsäurelösung behandelt, eine Ziffer, die eine richtige Werthschätzung gestattet.

Das Ergebniß des an diesen 18 000 Soldaten gemachten Versuches ist folgendes: 42% wurden geheilt, 50% gebessert, 8% blieben ungeheilt. Unangenehme Nebenwirkungen wie Blasenbildung, Wundwerden, Hautausschläge wurden nur bei 0,75 Prozent und zwar namentlich bei Anwendung starker Lösungen beobachtet. Es empfiehlt sich darum, stets mit der schwächsten Lösung anzufangen.

Was zunächst das Mittel selbst anbelangt, so wird eine Lösung chemisch reiner Chromsäure angewandt, deren Stärke der Arzt zu bestimmen hat. Soll der Fuß damit behandelt werden, so darf er keine Wunden aufweisen; ist dies der Fall, so muß die Abheilung derselben abgewartet werden. Der Fuß wird rein gebadet und mit grobem Handtuch gut abgetrocknet. Hierauf trägt man die Chromsäurelösung vermittelst eines Haarpinsels auf und wartet, bis die Säure mit der Haut sich fest verbunden hat. Ist dies geschehen, so kann man den Fuß wieder bekleiden. Am besten aber wählt man zu dieser Einpinselung die Zeit unmittelbar vor dem Zubettgehen. Die Wirkung der Chromsäurelösung besteht darin, daß die Haut trocken, derber und widerstandsfähiger wird. Oft ist jedoch nach 8 bis 14 Tagen eine wiederholte Einpinselung nöthig, worauf die Wirkung länger anhält.

Das neue Mittel ist in seiner Wirksamkeit den Salicylpräparaten gleichwerthig, es hat aber den Vorzug, daß es das reinlichste Fußschweißmittel und leicht anzuwenden ist. Es ist unschädlich, wenn ein vollständig chemisch reines Präparat und in richtiger Stärke angewandt wird. In der Armee wird es unter steter ärztlicher Aufsicht angewandt, und dies sollte auch im Privatleben der Fall sein. *