Die Fahnenparade des deutschen Jäger-Regiments in New-York

Textdaten
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Autor: M. F.
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Titel: Die Fahnenparade des deutschen Jäger-Regiments in New-York
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 28, S. 448
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1861
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[448] Die Fahnenparade des deutschen Jäger-Regiments in New-York. Eines der schönsten Regimenter der nordamerikanischen Armee, das unter den Auspicien des aus den Revolutionskämpfen von 49 bekannten Herrn Blenker in New-York sich gebildet hat und von der Ver. Staaten-Regierung bereits acceptirt wurde, ist das unter der Nummer 8 in das Kriegsheer eingereihte deutsche Jäger-Regiment. Dasselbe nahm am 20. Mai, nachdem es sich auf dem herrlichen Platze vor der City-Hall New-Yorks aufgestellt hatte, drei schöne Banner entgegen. Das erste ward ihm durch die Frau des durch große Gemeinnützigkeit bekannten Herrn Belmont dargebracht; das zweite überreichte Mr. Daily den muthigen Kriegern im Namen der Abkömmlinge der ersten deutschen Ansiedler von New York; das dritte, die schwarz-roth-goldene Fahne, übergab Frau Amalie Struve dem Regiment als Geschenk der deutschen Frauen. Frau Struve sprach dabei einige begeisternde Worte, die der edlen Patriotin aus dem Herzen quollen, und die Jäger begrüßten das Banner ihrer Heimath mit dem lautesten Enthusiasmus. Während der Fahnenweihe wurden von den Herrn Belmont, Daily, Oberst Blenker, Oberstlieutenant Stahel, General Sandford und Gustav Struve kurze Reden gehalten. Letzterer trat als Krieger in die Reihen des Regiments, welches den Schriftsteller und Historiker dadurch zu ehren wußte, daß es ihn als „Ehren-Capitain“ aufnahm. Das Jäger-Regiment zählt etwa 1000 Mann, ist aus schönen, meistentheils militairisch gebildeten Leuten zusammengesetzt und zeichnet sich in seinem Aeußeren durch eine exakte Haltung sowohl, wie durch eine einfache, aber außerordentlich geschmackvolle Uniform aus. Seine Officiere haben fast alle in Baden oder Schleswig-Holstein gefochten. Das Aufsehen, welches das Jägerregiment besonders unter den Amerikanern erregt hat, ist groß. Alle englischen Blätter sind voll seinen Lobes. Am 27., nach empfangener Marschordre, ging es in’s große Heerlager nach Washington ab; die Krieger zogen alle fröhlichen Muthes ihren ernsten Kriegspfad dahin und bildeten mit ihren heitern Mienen einen Contrast gegen die zugleich mit ihnen hinwegziehenden Amerikaner des zweiten Regiments, die alle ernst und schweigend die Bahn betraten. Hunderte von den deutschen Bürgern New-Yorks gaben dem Jäger-Regiment das Geleite. Viele Gesangvereine marschirten an der Spitze des Zugs voran und trennten sich erst am Bahnhof von den Kämpfern für’s neue Vaterland. M. F.