Der hygieinische Einfluß gestärkter Leibwäsche

Textdaten
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Autor: Dr. –t
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Titel: Der hygieinische Einfluß gestärkter Leibwäsche
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 24, S. 772
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[772] Der hygieinische Einfluß gestärkter Leibwäsche. Vor einiger Zeit ist von mehreren Hygieinikern auch gestärkte Wäsche zum Gegenstand ihrer Untersuchungen gemacht und dabei festgestellt worden, daß die Stärke ein sehr bedeutendes Hindernis für die Abgabe der Körperwärme bildet. Nun sollte man meinen, daß wir von dem Tragen gestärkter Leibwäsche, die uns, wie jeder weiß, im Sommer sehr erhitzt, wenigstens den Vorteil hätten, daß sie uns im Winter die Kälte vom Leibe, in dieser Jahreszeit uns warm hält. Das ist aber durchaus nicht der Fall. Denn merkwürdigerweise wächst die Größe des Schutzes der Stärkwäsche gegen Wärmeabgabe mit der Zunahme der Außentemperatur, sie nimmt ab mit der Abnahme derselben. Das heißt also: im Winter, wenn wir uns alle Mühe geben, unsere Eigenwärme hübsch bei uns zu behalten und möglichst wenig davon fortzulassen, ist der Wärmeschutz gestärkter Leibwäsche wegen der niedrigen Außentemperatur nur sehr gering, dagegen hält sie uns im Sommer, wenn wir Abkühlung uns verschaffen wollen, die Wärme am Körper energisch zurück. Wenn nun gar der Schweiß die Stärke auflöst, so verklebt sie nicht allein die Poren unserer Haut, sondern auch die der Leinwand und erschwert den Zutritt der kühlenden Außenluft an unsern Körper noch mehr.

Wie man sieht, ist also das Stärken der Leibwäsche eine sehr unpraktische, ja der Gesundheit geradezu höchst unzuträgliche Einrichtung, und wir sollten uns, nachdem wir dies erkannt haben, von einer Mode, die solche Nachteile im Gefolge hat, bald frei machen. Dr. –t.