Textdaten
Autor: Karl Rudolf Hagenbach
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Titel: Der Osterhase
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aus: Gedichte, II. Bändchen, Basel 1846, S. 255–256
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Schweighauser’sche Buchhandlung
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Erscheinungsort: Basel
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Quelle: commons Google
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[255] Der Osterhase.

Der Has, der Has, der Hase,
Hat uns gelegt im Grase
Viel Eilein, gelb und roth,
Will hinter Stauden und Hecken

5
Er eilig sich verstecken,

So hat es keine Noth,
Wir suchen ihn im Grase,
Da liegt er schon, der Hase.

Auf bunten grünen Matten

10
Guckt er aus jungem Schatten

Des Blüthenbaums hervor,
Hier bei den Tulpenbeeten,
Dort hinter den Staketen,
Bei’m hohen Gartenthor,

15
O kommt, o kommt zu schauen,

Die bunten, die grünen, die blauen.

Im jungen Tannenwuchse,
Im hohen, schlanken Buchse,
Dort bei dem Veilchenstrauch,

20
Hier in dem weichen Moose,

[256] Links vor der Maienrose
Liegt gar ein schönes auch,
Drei, vier, fünf, sechs dahinten
Dicht bei den Hyazinthen.

25
Gefunden sind nun alle,

„Daß kein’s zur Erde falle,
Nehmt Kinder! euch in Acht;
Denn wenn zerbricht die Schale,
Seid ihr mit einem Male

30
Um alle Lust gebracht,

Drum legt sie sacht ins Bettchen,
Ins weiche Eierkrättchen.“

Zu süßen Osterfladen
Sind wir nun eingeladen,

35
Schon ist das Mahl bereit,

Da lassen wir uns schmecken
Die Fladen und die Wecken
In aller Herrlichkeit:
Vivat die Osterfeier,

40
Die Fladen und die Eier!