Textdaten
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Titel: Der Kometenglaube
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aus: Die Gartenlaube, Heft 30, S. 420
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
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Erscheinungsdatum: 1857
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[420] Der Kometenglaube. Der Kometenaberglaube ist in culturhistorischer Beziehung fast immer von den interessantesten Folgen gewesen. Wir erinnern hier z. B. an den großen Kometen vom Jahre 837, welcher der Erde sehr nahe kam, und durch den Ludwig der Fromme so in Schrecken gesetzt wurde, daß er, um den vermeintlichen Zorn des Himmels zu besänftigen, auf’s schnellste die Erbauung von Kirchen und Klöstern anbefahl. Der Komet vom Jahre 1456 wurde nicht nur von den Türken unter Muhamed II., sondern auch von den christlichen Heerführern, die zu jener Zeit gegen die Türken kämpften, als ein Zeichen des göttlichen Zornes angesehen. Um diesen Zorn Gottes abzuwenden, befahl Papst Calixt III., daß jeden Mittag die Glocken geläutet werden sollten. Hiervon soll in katholischen Ländern der Gebrauch herrühren, die Glocken zu Mittag zu läuten. Ebenso soll die sonderbare Sitte, einem Niesenden: „Zur Genesung“ oder „Helf Gott“ zuzurufen, einigen Chronisten zufolge davon herrühren, daß bei einer der verheerendsten Seuchen im Jahre 590, welche durch einen großen Kometen veranlaßt worden sei, dem Tode ein heftiges Niesen vorherging. Der große Komet von 1556 (derselbe, welcher jetzt erwartet wurde und der zu dem sonderbaren Gerücht des Weltunterganges Veranlassung gegeben hat), soll den Kaiser Karl V. veranlaßt haben, sich auf seinen Tod in einem Kloster vorzubereiten und die Krone niederzulegen.