Textdaten
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Autor: Unbekannt
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Titel: Der Alpenpfeifer
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aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 114–115
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Originalherkunft:
Quelle: Commons und Google
Kurzbeschreibung:
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Der Alpenpfeifer.

Alp nennt man jenen Gebirgszug oder Seitenarm vom Schwarzwalde, südöstlich vom Feldberge; er bildet die rechte Thalwand des wilden Wuthachthales.

Ueber dieses rauhe Gebirge, das mehrentheils eine Hochebene ist, zieht sich die Landstraße von Schaffhausen nach der Hauptstadt des Breisgau’s.

Zudem daß diese Straße, wie man dort in der Umgegend versichert und wofür auch Thatsachen zeugen, durch böse Menschen etwas unsicher gemacht wird, soll auch ein Gespenst seine Freude daran haben, den nächtlichen Wanderer irre zu führen. Dieses Gespenst heißt im Munde des Volkes der „Alpenpfeifer.“

Wenn ein Wanderer bei Nacht die dortige Landstraße zwischen Stühlingen und Wellendingen begeht, so hört er, wie die Bewohner der Gegend behaupten, ein mehrmaliges, gellendes Pfeifen, wie man durch Finger pfeift. Dieses ist das Zeichen von der Nähe des Irrführers. Reisende, die ihren Weg gerade fortgehen, ohne sich umzusehen, kommen ungehindert von dannen. Sobald man aber das Pfeifen hört und nach der Gegend hinschaut, wo es herzukommen scheint, dann steht es schlimm mit uns. Wider Willen kommt man rückwärts, bei der größten Vorsicht verliert man die Straße. Das Gespenst führt den Neugierigen über Stock und Stein und läßt ihn den rechten Weg nicht finden, bis die Sonne am Horizont empor steigt. – Wohl Dem, der nicht auf die Seite des Wuthachthales geführt wird, denn ein Leichtes wär’ es, in das tiefe Becken [115] des wilden Waldstromes einen gefährlichen Sturz zu machen. Drum Wanderer, sieh’ dich vor, daß du nicht auf jener Straßenstrecke von der Nacht überfallen wirst, oder gib doch wenigstens dem Pfeifen kein Gehör, sondern geh’ ruhig deines Weges fort.

Leute, die das Gespenst gesehen haben wollen, versichern, es reite auf einem weißen Pferde mit drei Füßen. Wie das sonderbare Ungethüm in die Gegend kam, davon weiß man nichts. Wahrscheinlich ist es ein alter gebannter Raubritter, der für seine Missethaten mit samt seinem Streitrosse büßen muß.

D......... 
(Originalmittheilung.)