Textdaten
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Autor: Eduard Brauer
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Titel: Christoph von Baden
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aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 185–188
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
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Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons, Google
Kurzbeschreibung:
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[185]
Christoph von Baden.


Zu Baden auf dem Schlosse einst Markgraf Christoph saß,
Und Kurt, sein Kampfgenosse, beim hochgefüllten Glas,
Das ließen sie wacker kreisen
Und sangen gar muntere Weisen.

5
Von guten alten Tagen erzählten sie mancherlei,

Von Ritterspiel und Jagen und Kämpfen kühn und frei;
Da störet ein fernes Schallen
Die Zecher in den Hallen.

Trommetenschall erklinget und muthiger Rosse Huf,

10
Und durch die Lüfte dringet des treuen Wächters Ruf.

Das ist ein liebliches Tönen
Des Krieges tapferen Söhnen.

[186]

„Was wollen die Klänge sagen, ihr Knaben? Wohlauf im Flug“ –
Rief Christoph, – „sucht’s zu erfragen, und meldet’s sonder Verzug!“

15
Und wie sie sich rüstig rühren

Da öffnen sich die Thüren.

Es treten über die Schwellen drei Ritter feierlich,
Drei hohe, stolze Gesellen, die nahten dem Fürsten sich
Und neigten sich bis zur Erde

20
Mit höfischer Geberde.


Zu Christoph hingewendet, begann der Eine stracks:
„Es grüßt Euch, der uns sendet, der mächtige Kaiser Max.
Wie vormals baut er auf’s Neue
Auf Eure Kraft und Treue.

25
„Die mit dem Kaiser gerechtet, der Kurfürst und sein Sohn,

Die Pfälzer, sie sind geächtet, zum wohlverdienten Lohn;
Schon schwebt ob ihrem Haupte
Die Rache, die fern geglaubte.

„Von Norden und Süden brechen die Unsern hervor mit Macht,

30
Die helfen euch blutig rächen die Seckenheimer Schlacht,

Und was Ihr verlort an Rechten,
Und mehr noch, wieder erfechten.

„Bedenket, wie hart in Banden einst Euer Vater lag,
Getrennt von Leut und Landen, am Neckar manchen Tag;

35
Bedenkt’s, und neu erwache

Im Herzen die alte Rache!“ –

Herr Kurt vernimmt mit Freuden, was Kaiser Max begehrt,
Und zieht aus seiner Scheiden sein kampfbewährtes Schwert:
„Nun kommst du wieder zu Ehre,

40
Du vielgetreue Wehre!


„Zu lang schon mußtest du liegen in deiner Scheide träg,
Nun sollst du zu neuen Siegen mir bahnen blutigen Weg,

[187]

Und manchen kühnen Recken
Auf ewig darnieder strecken.“

45
Der Markgraf sprach dagegen: „Mit nichten, wackrer Kurt!

Laßt nur den guten Degen noch friedlich ruh’n am Gurt!“
Und drauf zu den Gesandten,
Die voll Erwartung standen:

„Wohl schätzen Wir das Vertrauen, das unser Kaiser Uns schenkt,

50
Der Teutschlands glückliche Gauen mit weisem Scepter lenkt;

Und werden Uns stets befleißen,
Uns dessen werth zu erweisen.

„Treu werden Wir bis zum Grabe ihm dienen mit Wort und That,
Doch wißt, Herr Ritter, ein Schwabe übt nicht am Freunde Verrath.

55
Daß ihn die Erde verschlinge,

Der solche That begienge!

„Wohl lag mein Vater gebunden im Kerker so manche Stund’,
Wohl bluten die alten Wunden noch tief in Herzens Grund;
Und werden noch lange quillen,

60
Kein Balsam kann sie stillen.


„Wohl lieben Wir Kampf und Ringen und Schlachten sturmbewegt,
Wohl ist’s ein herrliches Klingen, wenn Degen auf Degen schlägt,
Berauschend Herz und Sinne
Wie Sang beglückter Minne.

65
„Wohl winkt Uns reiche Beute und Sieg nach leichtem Streit;

Doch mehr als Land und Leute bei Uns gilt Ehr’ und Eid.
Was ist noch fest auf Erden,
Wenn die nicht geachtet werden?“ –

[188]

So klang des Fürsten Rede, sie war kein leeres Wort:

70
Stets blieb er in Fried’ und Fehde des Freundes getreuster Hort;

Und Christoph’s Kraft und Treue
Ward hoch gepriesen auf’s Neue.

Eduard Brauer.