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Krankheit.

Die leibliche Krankheit ist ein Bild der geistigen; das Leiden und die Entstellung des Leibes eine Folge der Sünde und ein Mittel der Busse. Zuweilen auch blos zur Prüfung gesandt, damit der Schmerz und die Hässlichkeit des Leibes dem Wohlseyn und der Schönheit der Seele zur Folie diene (bei Heiligen), oder damit der Mensch Geduld, Gottvertrauen und Erhebung über das Irdische lerne (Hiob). — St. Osanna von Mantua, eine ekstatische Tertiarierin des Dominicanerordens im 15ten Jahrhundert, vermählte sich in Visionen mit Christo, wie Katharina von Siena, hatte aber hauptsächlich die Neigung und Gabe, die Krankheiten Anderer zu übernehmen und alle Leiden derselben statt jener zu dulden. 18. Juni. Vgl. Görres, Mystik III. 479. Von der heiligen Lidwina wird berichtet, sie sey das leiblich krankhafteste [510] und schmerzenreichste Wesen auf Erden gewesen, dabei aber stets in Seligkeit schwimmend.

Christus ist Trost aller Kranken des Leibes wie der Seele. Seine meisten Wunder waren Heilungen, sein grösstes Wunder, der Erlösungstod, diente zur Heilung der ganzen Menschheit. „Kommet Alle zu Mir,“ spricht er, „die ihr mühselig und beladen seyd.“ Matth. 11, 28. Vgl. Jerem. 31, 8. – Unter den Heiligen sind Cosmus und Damianus Patrone der Aerzte, auch der Apostel Lukas. Den Pestkranken insbesondere widmeten sich die Heiligen Rochus und Karl Borromäus.