BLKÖ:Württemberg, Nicolaus Prinz

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
Band: 58 (1889), ab Seite: 244. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Nikolaus von Württemberg in der Wikipedia
Nikolaus von Württemberg in Wikidata
GND-Eintrag: 1018388990, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Württemberg, Nicolaus Prinz|58|244|}}

20. Nicolaus Prinz (geb. 1. März 1833). Ein Sohn des Herzogs Friedrich Eugen aus dessen zweiter Ehe mit Helene geborenen Prinzessin von Hohenlohe-Langenburg, [245] trat er jung um 1852 in den Dienst der österreichischen Marine, in welcher er 1854 bereits zum k. k. Fregattenfähnrich befördert ward. Im folgenden Jahre rückte er zum Linienschiffsfähnrich vor, ging aber später in den Dienst der kaiserlichen Armee über, in welcher er 1860 als Major dem 3. Feldjäger-Bataillon beigegeben wurde. 1863 war er Commandant des 26. Feldjäger-Bataillons, 1866 Oberstlieutenant im Tiroler Jäger-Regimente Kaiser Franz Joseph, 1869 Oberst in der Armee. In dieser Eigenschaft befehligte Prinz Nicolaus 1874 das mährische Landwehr-Infanterie-Bataillon „Znaim“ Nr. 18. Im Jahre 1885 zum Generalmajor und Commandanten der 54. Infanterie-Brigade zu Krakau ernannt, ist er zur Zeit mit Wartegebühr beurlaubt. Prinz Nicolaus hat sich am 8. Mai 1868 mit Herzogin Wilhelmine (geb. 11. Juli 1844), der Tochter seines Bruders Eugen Wilhelm, also mit seiner eigenen Nichte vermält. Aus dem Leben des Prinzen ist ein schöner Zug bekannt. 1860 stand das 3. Jäger-Bataillon, dessen Commandant er damals war, zu Neustadtl (Rudolfswerth) in Krain in Garnison. Da fiel eines Tages im August genannten Jahres ein fünfjähriger Knabe nächst der Schießstätte gerade unter der Mühle ins Wasser. Während das Kind in Lebensgefahr schwebte, Einige nach Kähnen sich umsahen, Andere sich ihrer Kleider entledigten, um dem Verunglückten zu Hilfe zu kommen, sprang Prinz Nicolaus, wie er war, in der Kleidung in die Gurk, und unter das Mühlrad schwimmend, unter welchem der Knabe sich befand, zog er den bereits Halbtodten aus dem Wasser, brachte ihn ans Land und wandte Alles an, um ihn wieder zum Leben zu bringen, was ihm glücklicher Weise auch gelang. –