BLKÖ:Schwarzenberg, Adolph Joseph Fürst

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schwarzenberg, Wappen
Band: 33 (1877), ab Seite: 35. (Quelle)
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Schwarzenberg, Adolph Joseph Fürst (k. k. Major a. D., geb. 18. März 1832), ein Sohn des Fürsten Johann Adolph Joseph, gegenwärtigen Chefs des Hauses, aus dessen Ehe mit Eleonore Fürstin Liechtenstein. Nach beendeten Studien trat er in die kaiserliche Armee, wo er, stufenweise vorrückend [36] Rittmeister im Uhlanen-Regimente Baron Civalart wurde. Nachdem er sich am 4. Juni 1857 mit Ida Prinzessin Liechtenstein (geb. 17. September 1839) vermält hatte, trat der Fürst 1858 mit Charakter aus der kaiserlichen Armee, eilte aber wieder, nachdem der Krieg 1859 ausbrach, zu den kaiserlichen Fahnen und wurde in dem damaligen Adjutantencorps eingetheilt. In der Schlacht bei Solferino (24. Juni) hatte er sich so ausgezeichnet, daß er in Folge dessen am 28. Juni zum Major befördert wurde. Die nun folgenden politischen Verhältnisse führten den Fürsten auf das politische Gebiet. Die Großgrundbesitzer wählten den Fürsten, der übrigens zu wiederholten Malen in der Wahl seinen Gegencandidaten erlegen war, in den Landtag, in welchem er zur nationalen und feudalen Partei gehört. Sein Vater, der regierende Fürst, welcher offen und rückhaltlos der kaiserlichen Politik folgt, nimmt im Herrenhause des österreichischen Reichsrathes eine Stellung ein, welcher jene des Sohnes zuwiderläuft. Im Landtage also verficht Fürst Adolph die historischen Rechte und wurde auch dafür von mehreren Städten und Dörfern seines engeren Vaterlandes zum Ehrenbürger und zum Kreisvorsteher der Repräsentanz von Vódnan erwählt, welch letztere Wahl aber die kaiserliche Genehmigung nicht erhielt. „Diese Wahl und die Ursachen, welcher wegen die Landesregierung und das Ministerium dieselbe dem Monarchen zur Bestätigung nicht empfahlen, bezeugen am glänzendsten, daß der Fürst in seinen Principien unerschütterlich, in seinen Ueberzeugungen unbeugsam und daß er zu den vorgeschrittensten Mitgliedern der staatsrechtlichen Opposition zählt, welche ihm auch ihr ganzes Vertrauen zuwendet.“ So charakterisirt ihn seine Partei. Fürst Adolph Joseph ist, wie bereits bemerkt worden, mit einer Fürstin Liechtenstein, der Schwester des regierenden Fürsten, vermält, aus welcher Ehe fünf Söhne und drei Töchter entstammen, welche aus der II. genealogischen Stammtafel ersichtlich sind. Der Fürst wohnt abwechselnd in Wien, Prag und auf seiner Herrschaft Libiejic in Böhmen. Der Kaiser von Rußland hat dem Fürsten den St. Annen- und Stanislaus-Orden, der König von Hannover seiner Zeit den Guelphen-Orden verliehen.

Světozor (Prager illustrirtes Blatt, kl. Fol.) VI. Jahrg. (1872), Nr. 47. – Val. Streffleur[WS 1], Oesterreichische militärische Zeitschrift (Wien, gr. 8°.) IV. Jahrg. (1863), Bd. IV, S. 425. – Porträt. Nach einer Photographie gezeichnet von Joseph Mukařovsky, in Holz geschnitten von J. Jaß [auch im obgenannten „Světozor“.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Vinc. Streffleur.