BLKÖ:Schneider (Artillerie-Hauptmann)

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 31 (1876), ab Seite: 38. (Quelle)
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13. Der k. k. Artillerie-Hauptmann Schneider ist eine Celebrität des italienischen Krieges 1848 und 1849, ein Soldat von antiker Bravour, der sich in den Reihen des Heeres seines mit seltener Gutmüthigkeit verbundenen Heldenmuthes wegen großer Popularität erfreute. Vielleicht war nach Radetzky’s Namen jener Schneider’s der populärste Name in der kaiserlichen Armee in Italien. Eine seiner Heldenthaten ist in Tausenden von Abbildungen verbreitet und sie stellt S. dar, wie er bei der Beschießung von Vicenza, welche die Uebergabe der Festung zur Folge hatte, mit wunderbarer, aber dabei humoristischer Ausdauer seine Mörserbatterie commandirte. Alle Kanoniere waren bereits todt oder verwundet und die Leichtblessirten bedienten die Geschütze, wobei S. seine Mannschaft mit ermunternden Worten und reichlichen Weinspenden anzuspornen verstand, so daß die durch den Weingenuß in ihrer Stimmung gehobenen Artilleristen wirklich Unglaubliches leisteten. Schneider selbst, als Commandant der Batterie, commandirte nur mit dem hochgeschwungenen Weinglas in der Hand. Schneider starb im August 1850 zu Verona in Folge eines Sturzes vom Pferde. Nun, es befanden sich in der kaiserlichen Artillerie in den gedachten Jahren zwei Schneider, ein Hauptmann Andreas Schneider, welcher aus früherer Zeit bereits die große goldene Tapferkeitsmedaille besaß, und ein Franz Schneider, Beide im k. k. Feuerwerker-Corps. Da die Quelle, welcher obige Notiz entnommen ist, keinen Taufnamen angibt, so ist mir nicht möglich, Denjenigen, welcher von diesen Zweien es gewesen, sicher zu bezeichnen. Ist es vielleicht gar Franz Ritter von Schneider von S. 15? [Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliographisches Institut, gr. 8°.) V. Suppl. Bd. S. 604, Nr. 4°.]