BLKÖ:Mondel, Friedrich

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Mon, Mathias Georg
Band: 19 (1868), ab Seite: 31. (Quelle)
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Mondel, Friedrich (k. k. General-Major), Zeitgenoß. Der Name dieses Stabsofficiers der kais. österreichischen Armee tritt erst im Feldzuge des Jahres 1866, in welchem er im Gefechte bei Blumenau, welches den Abschluß des Krieges mit Preußen im genannten Jahre bildet, als Oberst-Brigadier befehligte, in den Vordergrund. Im Jahre 1855 war Mondel noch Hauptmann im Infanterie-Regimente Nr. 21 (jetzt Freiherr von Reischach), dann wurde er Major, und im Jahre 1859 war er bereits Oberstlieutenant im Infanterie-Regimente Nr. 35 [damals Khevenhüller-Metsch] und zugleich Flügeladjutant Sr. Majestät des Kaisers. Diese letztere Dienstleistung erscheint insbesondere bemerkenswerth, da bei Mondel zum ersten Male der Ausnahmsfall eintrat: daß ein Bürgerlicher in der Reihe der Flügeladjutanten Sr. Majestät des Kaisers Aufnahme gefunden hatte. Später trat er in den activen Dienst, und nach des Obersten Joseph von Mehofer [Bd. XVII, S. 273] im October 1861 erfolgten Tode wurde Mondel Commandant des Infanterie-Regiments Nr. 75, nachdem er schon am 15. August 1860 zum Obersten befördert worden war. Im Feldzuge des Jahres 1866 gegen Preußen that Oberst Mondel Brigadierdienste. Bei Blumenau, einer Ortschaft an der ungarischen Grenze nächst Preßburg, in dessen Umgebung die Ortschaften Franzhof, Marienthal, Stampfen, Bisternitz und Kaltenbrunn liegen, innerhalb welchen sich das nach Blumenau genannte Gefecht abspielte, war Oberst Mondel mit seiner Brigade aufgestellt, welche am 22. Juli 1866 ein bedeutendes Gefecht mit den Preußen zu bestehen hatte. Der Feind hatte innerhalb weniger Stunden, von 6 bis 11 Uhr Morgens seine Artillerie von 6 Geschützen auf nahezu 50 gesteigert. Unserer Seite konnten ihm nicht mehr denn 32 Geschütze, nämlich die Cavallerie-Batterien Nr. 7 und 8 und 16 Achtpfünder der Armee-Geschütz-Reserve, von denen aber diese letzteren, unter Commando des Artillerie-Majors Reisinger stehenden, um 11 Uhr bereits keine Munition mehr hatten, entgegengestellt werden. Auch hatte der Feind von dem preußischen [32] Armeecorps die ganze 7. Division (General-Lieutenant von Franseky), fast die ganze 8. Infanterie-Division und Cavallerie-Brigade General-Major v. Bismarck in’s Gefecht gebracht, während ihm unsererseits nur die Brigade Mondel, bestehend aus Parma- und Mazzuchelli-Infanterie, und dem 12. Jäger-Bataillon und die unter Oberst Baron Waldegg stehende Cavallerie-Brigade, aus den Uhlanen-Regimentern Fürst Schwarzenberg Nr. 2 und Kaiser Franz Joseph Nr. 6 und einer Escadron Graf Mensdorff-Uhlanen Nr. 9 formirt, diese Cavallerie-Brigade im Ganzen etwas über Mann stark, gegenüberstanden. Der Kampf war beiderseits ein sehr hartnäckiger, und der Verlust unserer Brigade sammt dem 6. Uhlanen-Regimente betrug an Todten 1 Officier, 19 Mann, 9 Pferde, an Verwundeten und Vermißten 6 Officiere, 131 Mann und 6 Pferde. Das Gefecht war noch im vollen Gange und die Abtheilungen auf beiden Flügeln behaupteten noch ihre dominirenden Aufstellungen, ja der rechte Flügel schien sogar Fortschritte zu machen, als um 11 Uhr 15 Minuten der dem Generalstabe des zweiten Armeecorps zugetheilte Hauptmann Schäfer ein vom Commando der operirenden Armeen einlaufendes Telegramm überbrachte, welchem zufolge eine fünftägige Waffenruhe abgeschlossen war und jede Feindseligkeit mit Schlag 12 Uhr Mittag eingestellt werden sollte. Nach der Hand verkündete wohl die Fama, daß dieser Waffenstillstand eben noch zu rechter Zeit eintrat, denn unsere Brigade-Batterie hatte schon schwer gelitten und verfügte im Augenblicke über keine Munition mehr, und die Batterien Nr. 7 und 8 hatten sich auch nahezu schon verschossen, der Feind aber hätte in kürzester Zeit unsere Stellung umgangen, worauf allem Anscheine nach Blumenau eine kleinere Auflage von Chlum, jedoch ohne dessen sprichwörtlich gewordenen Nebel, geworden wäre. Im Uebrigen hatten sich auch bei Blumenau die Truppen wie überall in diesem Feldzuge, in welchem sie schlecht genug geführt wurden, brav geschlagen und tapfer gehalten. Als einige Monate später Oberst Mondel, einer neuen Bestimmung folgend, die Brigade, welche nach Ungarn abrückte, verließ, feierten die Officiere der Brigade zu Florisdorf ein Abschiedsfest, in welchem dem Obersten von allen Seiten die innigsten Beweise der Theilnahme über sein Scheiden in Anreden und Toasten ausgesprochen wurde. Der Oberst Mondel erscheint in J. Hirtenfeld’s „Oesterreichischem Militär-Kalender für das Jahr 1867“ in der Reihe der angestellten Generale, Oberste und Stabsofficiere auf S. 133 als Heinrich Mondel aufgeführt, während sein richtiger Name Friedrich Mondel ist. Gegenwärtig ist M. der mit der Kriegsdecoration des österreichischen Leopold- und des Ordens des eisernen Krone 3. Classe ausgezeichnet ist, Commandant der ersten Brigade bei der neunten Truppen-Division in Prag.

Der Kamerad (Wiener Soldatenblatt, 4°.) 1866, im Monat Juli: „Gefecht bei Blumenau“. – Fremden-Blatt von Gustav Heine (Wien, 4°.) 1866, Nr. 208: „Treffen bei Blumenau“. – Neues Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1866, Nr. 258. – Neue freie Presse (Wiener polit. Blatt) 1866, Nr. 684.