Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Heeger
Band: 8 (1862), ab Seite: 197. (Quelle)
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Heer, Rustenus (gelehrter Benedictiner, geb. zu Klingnau im Canton Aargau 19. April 1715, gest. 1. April 1769). Trat in das berühmte Benedictinerstift St. Blasien im Breisgau, und legte am 15. November 1733 Profeß im Stifte ab; nun wurde er Bibliothekar, Vorstand des dortigen Münzcabinetes, als welcher er wesentlichen Antheil an Marq. Hergott’s „Nummotheca[WS 1] Principum Austriae ex gazis Aulae Caesareae potissimum instructa et aliunde aucta“, Vol. 2 (Friburgi 1752 et 1753) hatte. Jedoch konnte H. nicht immer im Stifte verbleiben, die Verhältnisse desselben machten seine Verwendung außerhalb nöthig, und H. kam im October 1755 nach Krotzingen, im März 1762 nach Nöggersweil[WS 2] auf den Schwarzwald, wo er nur bis November d. J. verweilte, aber schon im September des folgenden Jahres wieder dahin zurückkehrte; zuletzt erhielt er, wie es scheint als Ehrenposten, die Administratorstelle in Bondorf, wo er nur wenige Jahre zubrachte, da ihn der Tod bereits im Alter von 54 Jahren ereilte. Diese seine wechselnde Verwendung war für eine zu seinen Arbeiten erforderliche Muße wenig geeignet. Als Hergott (9. October 1762) starb und Heer sich damals in Krotzingen [198] befand, hoffte er daselbst die von Hergott mit ihm gemeinschaftlich begonnenen Monumenta Augustae domus Austriacae welche die Siegel, Monogramme, Insignien, Wappenschilde, Münzen, Begräbnisstätten, Bildnisse, Statuen und wichtigsten Urkunden des Erzhauses Oesterreich enthalten, allein fortsetzen und beenden zu können; aber bald erhielt er die Weisung, sich auf die Pfarre nach Nöggersweil zu verfügen. Dort begann er 1764 an der Taphographia Principum Austriae zu arbeiten und hatte sie schon 1765 druckfertig. Eine Feuersbrunst in St. Blasien hatte aber Alles, was bis dahin gedruckt war, vernichtet, so daß erst mehrere Jahre nach Heer’s Tode, 1772, der berühmte Abt Gerbert [Bd. V, S. 149] das erwähnte Werk vollendet im Drucke herausgab. Noch hat H. ein erwähnenswerthes Werk verfaßt, er ist nämlich der Autor der ohne Namen des Verfassers erschienenen Streitschrift: „Anonymus Murensis denundatus et ad locum suum restitutus, seu Acta fundationis monasterii Murensis denuo examinata“ (Friburgii 1756, Fol.), in welcher Schrift Heer seinen Collegen Hergott gegen einige Angriffe des Anonymus Murensis, unter welchem Namen der Abt von Muri, Fridolin Kopp, verstanden ist, vertheidigt. Zugleich mit dieser Vertheidigung hat Heer in dieser Schrift noch sonst werthvolles historisches Materiale niedergelegt. Noch ist zu bemerken, daß Heer nach Hergott’s Tode zum kais. Rathe und Historiographen Sr. Majestät ernannt worden war, welcher Ernennung erst die Verfügung seines Fürst-Abtes folgte, die ihn zum Administrator von Bondorf bestimmte.

Bergmann (Joseph), Die Pflege der Numismatik in Oesterreich im XVIII. Jahrhunderte (Wien 1857, 8°.) S. 16 [auch in den Sitzungsberichten der kais. Akademie philos. histor. Classe, XXIV. Bd, S. 296; nach diesem gest. 1. April 1769]. – Ersch und Gruber, Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, II. Serie, 4. Theil, S. 60 [nach dieser gest. 2. April 1767]. – Meusel (Joh. Georg), Lexikon der vom Jahre 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller (Leipzig 1805, Fleischer), Bd. V, S. 282. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835), Bd. II, S. 532 [nach dieser und nach Meusel gest. 1769]. – Nouvelle Biographie générale ... publiée par MM. Firmin Didot frères, sous la direction de M. le Dr. Hoefer (Paris, 1858, 8°.) Bd XXIII, Sp. 732 [stimmt in den Geburts- und Todesdaten mit Ersch und Gruber überein]. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Numotheca.
  2. Nöggenschwiel (Wikipedia).