An meinem Fünfundsiebzigsten (Fontane)

Textdaten
Autor: Theodor Fontane
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Titel: An meinem Fünfundsiebzigsten
Untertitel:
aus: Aus dem Nachlaß von Theodor Fontane.
S. 162–163
Herausgeber: Josef Ettlinger
Auflage: 4. Auflage
Entstehungsdatum: 1894
Erscheinungsdatum: 1908
Verlag: F. Fontane
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Erscheinungsort: Berlin
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Erstdruck: Pan. Jg. 5. H. 1/2, 1899, S. 7f.
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[162]

An meinem Fünfundsiebzigsten.

     Hundert Briefe sind angekommen,
Ich war vor Freude wie benommen,
Nur etwas verwundert über die Namen
Und über die Plätze, woher sie kamen.

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     Ich dachte, von Eitelkeit eingesungen:

Du bist der Mann der „Wanderungen“,
Du bist der Mann der märk’schen Gedichte,
Du bist der Mann der märk’schen Geschichte,
Du bist der Mann des alten Fritzen

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Und derer, die mit ihm bei Tafel sitzen,

Einige plaudernd, andre stumm,
Erst in Sanssouci, dann in Elysium;
Du bist der Mann der Jagow und Lochow,
[163] Der Stechow und Bredow, der Quitzow und Rochow,

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Du kanntest keine größeren Meriten,

Als die von Schwerin und vom alten Zieten,
Du fandst in der Welt nichts so zu rühmen,
Als Oppen und Groeben und Kracht und Thümen;
An der Schlachten und meiner Begeisterung Spitze

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Marschierten die Pfuels und Itzenplitze,

Marschierten aus Uckermark, Havelland, Barnim,
Die Ribbecks und Kattes, die Bülow und Arnim,
Marschierten die Treskows und Schlieffen und Schlieben –
Und über alle hab’ ich geschrieben.

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     Aber die zum Jubeltag kamen,

Das waren doch sehr, sehr andre Namen,
Auch „sans peur et reproche“, ohne Furcht und Tadel,
Aber fast schon von prähistorischem Adel:
Die auf „berg“ und auf „heim“ sind gar nicht zu fassen,

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Sie stürmen ein in ganzen Massen,

Meyers kommen in Bataillonen,
Auch Pollacks und die noch östlicher wohnen;
Abram, Isack, Israel,
Alle Patriarchen sind zur Stell’,

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Stellen mich freundlich an ihre Spitze,

Was sollen mir da noch die Itzenplitze!
Jedem bin ich was gewesen,
Alle haben sie mich gelesen,
Alle kannten mich lange schon,

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Und das ist die Hauptsache ..., „kommen Sie, Cohn“.


Anmerkungen (Wikisource)

Auch in:

  • Theodor Fontane: Gedichte, Bd. 2. (Einzelpublikationen, Gedichte in Prosatexten, Gedichte aus dem Nachlaß). Hg. Joachim Krueger und Anita Golz. 2. Auflage, Aufbau-Verlag Berlin 1995, ISBN 3-351-03103-3, S. 466-467.