Textdaten
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Autor: Jakob Friedrich Abel, Friedrich Schiller, Johann Georg (Graf von Zuccato)
oder Karl Friedrich Reinhard[1]
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Titel: An Gott
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aus: Anthologie auf das Jahr 1782, S. 258–259
Herausgeber: Friedrich Schiller
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1782
Verlag: J. B. Metzler
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Erscheinungsort: Stuttgart
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Quelle: Commons
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[258]
An Gott.


Du, der du Erd und Himmel riefst,
     Und Erd und Himmel kam,
Der Welten spricht, und Welten stehn,
     Wer bist du, großes Ding?

5
Des Morgens, wenn den Berg herauf

     In stiller Majestät
Die königliche Sonne steigt,
     Ruf ich: Du großes Ding!

Des Nachts, wenn über meinem Haupt

10
     Die hohen Sterne gehn,

Und Welt auf Welt vorüberrollt,
     Ruf ich: Du großes Ding!

[259]

Wenn gros und vest gleich Gottes Berg
     Der Leviathan steht,

15
Und wenn im Gras das Würmgen spielt,

     Ruf ich: Du großes Ding!

O großes wundergroßes Ding!
     Mir schwindelt dich zu sehn.
Ich schaudere erstarrt zurük

20
     Und fall – und bete an.


X.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Die Autorschaft des Textes ist nicht zu hundert Prozent geklärt.
    Walther Killy schreibt im Jahr 2001 ein Gedicht, welches mit der Chiffre X. unterzeichnet ist, in Band 6. der Deutschen Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart Jakob Friedrich Abel zu.
    Eduard Bülow schließt Schiller als Autor für die Texte, welche die Chiffre X. tragen, aus. Sie seien ekelhaft und können deshalb von keinem Dichter stammen.
    Auch Eduard Boas schließt Schiller aus, und schreibt die Chiffre dem Grafen von Zuccato zu.
    Edmund Goetze vermutet unter der Chiffre Friedrich Schiller, wobei er allerdings bei zwei von diesen Texten (An mein Täubchen und Fluch eines Eifersüchtigen) auch Karl Friedrich Reinhard als Autor anbietet.
    Minor schreibt die Chiffre ebenfalls Friedrich Schiller zu.
    Genaueres in:
    • Edmund Goetze: Grundrisz zur Geschichte der deutschen Dichtung aus den Quellen von Karl Goedeke. Zweite ganz neu bearbeitete Auflage. Fünfter Band - Vom siebenjährigen bis zum Weltkriege. Zweite Abteilung. Dresden: Verlag von L. Ehlermann, 1893, Seite 166f.
    • Eduard Boas; Wendelin von Maltzahn (Hrsg.): Schiller’s Jugendjahre. – Zweiter Band. Hannover: Carl Rümpler, 1856. Seite 205 f.
    • Friedrich Schiller; Eduard Bülow (Hrsg.): Anthologie auf das Jahr 1782 von Friedrich Schiller — Mit einer einleitenden Abhandlung über das Dämonische und einem Anhange neu herausgegeben von Eduard Bülow. Heidelberg: Verlag von Bangel & Schmitt; Hoffmeister’sche Univ.-Buchhandlung, 1850. Seite XL.
    • Walther Killy (Hrsg.): Deutsche Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart. - Band 6., München: DTV, 2001.