Zedler:Porto, eine grosse Handelsstadt in der Portugiesischen Provintz Entre Douro y Minho

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Porto, eine befestigte Stadt an der Etsch

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Porto, ein Cardinal der Römischen Kirche

Band: 28 (1741), Spalte: 1644–1645. (Scan)

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Literatur
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Porto, bey den Holländern Port a Port, und vorzeiten Cale, Lat. Portus Cale, Portus Calensis, Portus Calis, (wovon endlich das Wort Portugallia oder Portugall entstanden) eine grosse Handelsstadt in der Portugiesischen Provintz Entre Doure y Minho, an dem Einfluß des Flusses Douro, nebst einem der besten Hafen in Portugall, worinne eine gantze Kauffardey-Flotte Raum hat. Weil die Mohren ehemals alle Hafen des Landes, ausser diesem, besetzt hielten, so bedienten sich dessen die Frantzösischen Schiffe fleissig, davon er nachmals PORTUS GALLICUS genennet ward. Es ist auch ein Arsenal da, darinnen Kriegs-Schiffe gebauet werden. Die Stadt zählet in die 4000 Häuser, ist nur mit einer Mauer umgeben, und hat gar nicht viel Einwohner. Es lieget ein kleines Fort dabey, wiewol [1645] die Sand-Bäncke und Klippen am Einflusse des Douro die beste Vormauer dieser Stadt sind. Es hat die Stadt auch ein Bißthum unter den Ertz-Bischoff zu Braga gehörig. Refendius in antiqu. Lusitaniae. Colmenar. delic. de Portugal, pag. 705. u. f. Im Mertz des 1739 Jahres ist der P. d’Evora zu Belohnung seiner Dienste, die er sich zu Beylegung der Irrungen des Portugiesischen Hofes mit dem Römischen Stuhl gegeben, zum Bischoff von Porto ernennet worden. Es träget dieses Bißthum 30000 Scudi ein. Ubrigens ist die Stadt auch wegen des köstlichen Weins berühmt, und wird ihrer in Deutschland allemahl in Ehren gedacht, wenn man einander ein Glaß von gutem Portischen Wein vorsetzet; in Engelland aber nicht mehr, nachdem er von den Medicinern mit grossem Ernste widerrathen worden.