Warhafftiger vnd Eygentlicher Bericht vom Stamm vnd Ankunfft der kleinen Männlein

Textdaten
Autor: unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Warhafftiger vnd Eygentlicher Bericht vom Stamm vnd Ankunfft der kleinen Männlein
Untertitel: auch wie sie allezeit die Hoffertigsten vnd Zornigsten Leutlein seind
aus: Vorlage:none
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: um 1618
Verlag: Vorlage:none
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort:
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: im VD17 unter der Nummer 23:674734Y
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
23 674734Y 001.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


Editionsrichtlinien:
  • Als Grundlage dienen die Wikisource:Editionsrichtlinien
  • Die Wiedergabe folgt in der Schreibweise der Vorlage.
  • Abkürzungen sind aufgelöst.
  • Überschriebene e über den Vokalen a, o und u werden als moderne Umlaute transkribiert.


Warhafftiger vnd Eygentlicher Bericht vom Stamm vnd Ankunfft der kleinen Männlein / auch
wie sie allezeit die Hoffertigsten vnd Zornigsten Leutlein seind.


LIeber Leser merck fein diß /
Wie du verstehen solt dan Abriß /
Was dir hierin wird vorgestellt /
Von dem klein Männlein wird erzehlt /
Woher ihr Stamm vnd Figur ist
In die Welt kommen / wie man list /
Daß auff ein Zeit gewesen ist
Eine Anzahl Vögel bey eim Mist /
Hüpffen vnd sprangen frölich vnd keck
Vmb ein grossen hauffen Pferdsdreck /
Solch fragt ich sie / was vor wunder /
Sich da begeb / vnd was doch drunter?

Ein alter mir antwort das /
Vnser König verlohren was /
Weiln wir durch vnachtsam sinn /
Nannten das Zaunschlipfferlin /
Ist er weg von vns entrunnen /
Alsbald wir vns haben besunnen
Ein König zu machen an der stätt /
Vnd sol kommen auß dem Pferdsdreck /
Ich dacht sie theten mein spotten /
Ward zornig / wolt sie alle tödten /
Da flogen sie pur all darvon /
Vnd liessen mich allein da stohn.

Als ich nun von dann wolt fliegen /
Kam auß dem Pferdsdreck gestiegen /
Ein gewaltig gravitetisch Mann
Hat Hosn / Wambs vnd Dägen an /
Vmb ihn krochen rumb viel Knecht /
Mit sechs Füß angethan schlecht /
Der Mann thet mich hart anschnauffen /
Ich dacht es ist zeit zu lauffen /
Kam alsbald hiermit darvon /
Vnd ließ das Närrlein allein stahn /
Daher seynd kommen die klein Mann.


Ausschnitt 23 674734Y 001.jpg



Männlein.

LIeber seht mich an vnd steht still /
Hört was ich euch erzehlen wil /
Von meiner Gravität vnd Person /
Darvon wil ich euch bericht thun /
Ich bin ein Mensch / Gott weiß mein Hertz /
Ich treib kein spott / glaub mir ohn schertz /
Ich bin verständig / weiß vnd klug /
Reichthumb vnd Gelt fast auch genug /
Meins Standts bin ich gleichwol ein Herr /
Darzu auch von feinen Eltern /
Dann mein Vatter / merck ohn list /
Ein Kemmetsäger gwesen ist /
Mein Muter rundt war von Figur /
Darauß ich kam / sieh mein Creatur /
Auch hab ich von Natur diese Art /
Daß ich gern lieb die Mägdlein zart /
Deßgleichen liebens mich wider /
Obs schon verdreust viel Cupiter /
Was meynt ihr aber / daß ichs acht /
Wann ich von ihnen schon werd verlacht /
Frag nichts darnach / ich tantz fortan /
Wil gleich zu meim Schätzlein gahn /
Ich weiß wenns mich sieht so geputzt /
Vnd wenn ich trag mein Dägen kurtz /
Vnd schlag mein Mandel vmb den Leib /
Auff den Hut ein Feder breit /
Auch wann sie sieht Wammes vnd Hosen /
Die ich auffs new hab wenden lassen /
New Strümpff vnd auch Hosenbendel /
Die sich schwingen vmb beyde Schenckel /
Auch new Schuh die fein krachen /
Potz Element wie wird sie lachen /
Wann ich so Stutzerisch komm auffgezogen /
Was wird sie doch immer sagen /
Daß sich in kurtzer Zeit so bald /
Verändert hat mein klein Gestalt /
Weicht all auff Seyt / ich kom mit gewalt.

Bettler.

WEicht all / es kömpt da auff der Bahn
Ein Mann / gleich wie ein Muck ein Han /
Dann schau / der Himmel muß deßgleichen /
Hoch über sich dem Männlein weichen /
Vnd muß sich gleichwol besorgen doch /
Die Feder stech darein ein Loch.
Wie macht er nur die Welt so weit /
Mit seinen Elebogen beyd /
Die arme Erd erhebt sich frey /
Damit der Mann dest grösser sey.
Der Maulwurff kömpt ihm wol zu stewr /
Der hebt hoch auff den Mann ohngehewr.
Wie bald wird er im hochmut lauffen
Vber all Berg der Maulwurff Hauffen.
O wer der Kopff vnd Füsse bloß /
So wer der Mann auch nicht so groß.
Der Hut vnd auch die Schuh darbey /
Die setzen zu dem Männlein frey /
Ein gantze Ehl / das ist gewiß /
Der zweyte theil deß Leibs merck diß.
Die Ros steht auff den Schuhen gut /
Aber den Knopff bedeckt der Hut /
Von weiten Hosen gleicher massen /
Da ist der Mann so auffgeblasen.
Wie kan doch in dem Leib so klein /
Ein solcher grosser Hochmuht seyn?
Wird er fortschreiten / nun wolan /
Vnd bleiben auff der Hasen Bahn:
So wird er gewißlich dort gefangen /
Vnd bleibet frey im Spinnweb hangen /
Doch seyt fein still / vnd thut gemach /
Bey Leib / daß keiner seiner lach.
Das Männlein läst nicht mit ihm schertzen /
Der Dreck ligt ihm gar nah beym Hertzen /
Drumb nimbt er sich deß Zorns bald an /
Vnd trägt ein Dägen / last ihn gahn /
Er ist ein Mann / wie Muck ein Han /
Diß warnung nembt vom Bettler an.

Todt.

SIeh wer kömpt dorther gestiegen /
Ist mir recht / seh ich es fliegen /
Ein Männlein kurtz / geht ab der Bahn /
Mich dünckt es sey der Mucken Mann /
Der Bettler sagt mir von seiner List /
Wie er ein grosser Bawer ist /
Auch dunckt mich daß der klein Knopff /
Sey ein grober Esels Kopff /
Der nichts dann sich nur rühmen kan /
So sol er spot zum schaden han /
Er schendt vnd schmecht doch jederman
Keiner was recht ihm thun kan /
Der ist zu arm / Jener zu schlecht /
Keiner von ihm bleibt vngeschmächt /
Merck auff Bettler / er kömpt dir recht /
Er wird vermehren dein Geschlecht /
A / ha / da bleibt er jetzt hangen /
In Spinnweb solstu außbrangen /
Rühmbst dich noch du klein Krott /
Hangst jetzt dem Männlein zu spott.
Ach ich bitt / schweig doch jetzt still /
Vnd verire vns doch nicht so vil /
Dort kömpt auch noch meins gleichen /
Bitt last mich gahn / ich wil weichen /
Nein / Nein / ich acht jetzt alles gleich /
Es sey alt / jung / arm oder reich /
Es mags veriren wen es wil /
Ich geb nicht drumb ein Biernstil /
Ade / ich jetzund scheiden wil.