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Autor: Albert Traeger
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Titel: Wann, wann marschiren wir gen Norden?
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 21, S. 328
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1863
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[328]
Wann, wann marschiren wir gen Norden?


Wozu, Ihr Fürsten, Eure Heere,
Zu wessen Dienst sind sie geweiht,
Wenn träg bei Fuß noch die Gewehre,
Indeß das Volk längst marschbereit?

5
Ein feig Commando: „Hahn in Ruh’!“

Läßt es die deutsche Ehre morden,
Des Volkes Stimme ruft Euch zu:
Wann, wann marschiren wir gen Norden?

Wann, wann marschiren wir gen Norden?

10
Wann endlich in den heil’gen Krieg?

Kein Krieg um Titel oder Orden,
Ein Kampf für uns’res Rechtes Sieg,
Für das, was heilig in der Welt,
Zu enden jenen alten Hader,

15
Der schon Jahrhunderte geschwellt

Des deutschen Volkes Zornesader!

Fragt nicht: wer hat die Schmach verschuldet,
Ihr, die Ihr thatenlos geträumt,
Wir, die wir Euren Traum erduldet?

20
Nun jeglich Maß jetzt überschäumt:

Jetzt schreit zum Himmel uns’re Noth,
Sie triebe Lämmer aus den Horden,
Jetzt wird die Frage zum Gebot:
Wann, wann marschiren wir gen Norden?

25
Wann wird auf Holsteins grüne Wiesen,

Das Grab, drin uns’re Ehre ruht,
Ein rächend Sühneopfer fließen
Des dän’schen Büttels trotzig Blut?
Wann wird durchweht vom Freiheitshauch

30
Die deutsche Eiche Schleswigs rauschen,

Um ihren Stamm nach deutschem Brauch
Das Volk dem deutschen Liede lauschen?

Wozu, Ihr Fürsten, Eure Heere?
Behaltet sie um Euch geschaart,

35
Es sei des deutschen Volkes Ehre

Vom deutschen Volke selbst gewahrt!
Blickt auf, wir stehen Mann an Mann,
Zum Jüngling ist der Greis geworden,
Und Deutschland selber führt uns an –

40
Wann, wann marschiren wir gen Norden?!


Albert Traeger.