Hauptmenü öffnen

Von Brodt / das zum Stein worden / Vnd einem Poltergeist / der sich hat hören vnd sehen lassen

Textdaten
<<< >>>
Autor: Benedictus Teichman
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Newe Zeitung / Von Brodt / das zum Stein worden / Vnd einem Poltergeist / der sich zu Preßburgk in Vngern / in dem Barfüsser Kloster den 24. und 25. Augusti […] hat hören vnd sehen lassen […]
Untertitel:
aus: Vorlage:none
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1607
Verlag: Levin Brauns
Drucker: Jakob Heyder
Erscheinungsort: Magdeburg
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: im VD17 unter der Nummer 1:000354A
Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Weitere Flugschriften des 17. Jahrhunderts
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
DE 1 000354A 001.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]
Editionsrichtlinien:
[1]
Newe Zeitung /
VOn Brodt / das
zum Stein worden / Vnd einem Poltergeist / der sich zu Preßburgk in Vngern / in dem Barfüsser Kloster den 24. vnd 25. Augusti dieses nechst abgelauffenen Sommers hat hören vnd sehen lassen.


Geschrieben an einen Fürnehme-Rathsperson in der Newstadt Magdeburgk / Vnter dem Dato deß 26. Augusti / Anno 1607. auß Preßburgk von Benedictus Teichman von Colbitz.


Zu Magdeburgk / Bey Levin Braunß / Buchführern / Gegen der Lawenburgk.


[2] WIewol Ich Freundlicher vielgeliebter Herr Vetter / in Meinem verpitschirten Brieff / den Ich Herrn David Berns an Euch gegeben / gedacht / das ich euch der Vngern Propositiones vnd begehren an Ihr Keys. May. zuschickte / waren sie doch bey Mir beliegen blieben / So habe Ich sie hiemit sub titulo B. bezeichnet / euch noch vbersenden wollen.

     Inliegendt hat der Herr auch einen Stein / welcher gar schwartz / vnd drey Meilen von Preßburgk auß schönen Brodt / dessen ein gantzer Wagen voll gewesen / also verwandelt worden.

     Es haben sich auch ohne das allhie Sachen zugetragen / deren gleichen so newlich nicht gehöret worden / die Ich hiemit euch auch wollen zu wissen thun.

     Den 24. Tag dieses Monats Augusti in der Nacht vmb eilff Vhr / ist vngewöhnlicher weise in vnserm Barfüsser MünchsKloster / von einem Polter-Geist / ein solch Tumult vnnd Wesen angefangen / das die Münche für Furcht nicht gewust / wohin sie bleiben / oder was sie anfangen solten. Vnd ob sie [3] Woll Ihr Pater noster, weihe waßer / Creütz vnd ander Segen fleissig gebraucht / Hatt Ihnen doch solches nichts geholffen / sondern seind von demselbigen Geist / mit steinen verjagt vnd zerstrewet worden. Deß folgenden morgendes hat man auff dem tisch / da die Münchessen / diese Shrifft gefunden. Sinite me. Inwendig in der Thüer des Gemachs / da sie essen: Væh vobis. Im Fenster: Væh mihi. Da diese Sachen fur den Ertzbischoff alhie auff den Morgen Komen sein / ist er Zur vesper Zeit / Neben andern Geistlichen / Prælaten Vnd pfaffen jns Kloster gangen / sein Gebet verrichtet. vnd den Exorcismum solchen Geist zu vertreiben gebraucht / alle Munch gebenedeyt / vnd gefraget ob sie nicht wüsten / daß sich Jehmandt jhm Kloster verborgen hette. Mir befehl sie solten die Kunfftige Nacht / als den 25. Augusti. alle mit ein ander wachen / vnd beten / vielleicht würde solch Gespenst nachlassen.

     Wiewol aber sie alle mit ein ander an jhren eussersten fleiß nichts erwinden lassen / vnd die gantze nacht mit ein ander gebetet / viel kertzen / fackeln / vnd lampen angezündet ist doch solch gespenst in bey sein aller munche wider kommen. Vnd erstlich in gestalt einer Saw. Darnach in gestalt eines Wolffes vnd Beeren. Endtlich in gestalt eines schwartzen Ochsen erscheinen. Hatt jhr gebet nichts [4] geachtet ist zwischen jhnen eingetretten / vnd gleichsam jm ring gestanden.

     Da nun ein behertzter Munch zu dem Geist gangen vnd gefraget / was er begere / woher er komme? Hatt derselbe etliche wort geredet / die man nicht hatt vernehmen können / vnd ist damit verschwunden.

     Waß sich nun ferner begeben wird / gibt die zeit. Diese geschicht hatt sich warhafftig als begeben / denn es nicht allein in diese gantze stadt kundt vnd offenbar / sondern die Munche ob sie gleich vnser Religion nicht sein / sagens selbst. Ich bin auch deßwegen jns Kloster gangen vnd habe mich der sachen gnugsam erkundet / den da jch einen Munch dauon gefraget / obs sichs jhn der Warheit also verhielte / als die rede ginge / antwortet er: Verè ec plusqam verè sic se habent res jllæ: Et ego ec fratres omnes viderunt spiritum ipsum aliquoties.

     Vber daß hat man auch solchen Geist / da die munche das holtz liegen haben gesehen / Daß er einen grossen klotz verschlungen. Daher derselbige Munch zu mir sagte. Siue jlle spiritus sit bonus siue malus, malum aliquod nobis, ec damnum jngens prædicere tentat. Quod fortaßis breuj experièris.

     Waß weiter erfolgen wird / schreib ich hernach. Zu besorgen ists / weil vnser Landtag von tag zu [5] tage auffgeschoben wirdt vnd der Friede mit dem Turgken / so wol als den Vngern schwer hergehet / es möchte solch Indicium etwas böses bedeuten Vnd durffte alhie einekleine Parisische hochzeit gehalten werden. Vornemlich weil die Papisten den vnserigen spinne feindt sein. Gott wende alles zum besten hiemit sey der Herr sampt seiner Haußfrawen vnd Söhnlein / Gott dem HERRN getrewlich befohlen Datum Presburgck jhn Vngern / den 26 Augusti. Anno 1607.

Deß Herren Williger Vetter.

Benedictus Teichman

Von Colbitz.


Zu Magdeburgk Gedruckt
Bey Jacob Heyder.