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Topographia Germaniae
Meldorff (heute: Meldorf)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1653, S. 182–183.
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Meldorff / Mildorp.

Von disem Stättlein schreibet Andreas Angelus in seiner Holsteinischen Stätt-Chronick / im 28. Capitel / also: Meldorff hat den Nahmen von dem Wässerlein Milde / so allda fürüber läufft / daß es so vil heist / als Mildendorff. Obs wol nicht gar groß / vnd darzue auch vnbemauret ist / so ists doch gleichwol die HauptStatt im Lande Dithmarschen / welches die Holsteinische Fürsten / sampt dem Könige in Dännemarck / im 1559. Jahr nach Christi Geburt / unter sich gebracht haben. Im 1403. Jahr / zog Graf Gerhard von Schleßwick / diß Nahmens der Erste / sambt seinem Bruder / Graff Albrechten von Holstein / in Ditmarschen / auß Anregung deß Adels in Holstein: Auch baweten die Holsteiner vor dem Stättlein Meldorff / zu Delbinck eine Vestung / welche sie eine lange Zeit erhielten. Es machten sich wol die Dithmarsen dran / vnd hätten sie gerne gestürmet; sie wurden aber offt abgetriben / mit Verlust sehr viles Volcks. Meldorff gewonnen die Holsteiner mit stürmeter Hand / vnd trawete sich doch niemand vnter inen / im Stättlein über Nacht [183] zu bleiben / darumb / daß es nicht verwahret war. Im 1500 Jahr nach Christi Geburt / hat König Johannes in Dännemarck / die Dithmarschen überzogen / ist für Meldorff geruckt / vnnd als er etliche vergebliche Schüsse darfür gethan / hat ers endlich erobert / vnd eingenommen: Wer da hat fliehen können / der ist geflohen: An den andern allen / Jungen vnnd Alten / Mann vnnd WeibsPersonen / hat man sich grausamlich bewiesen / auff daß man ein Schrecken vnter sie brächte / vnd sie sich desto williger möchten ergeben. Im 1559. Jahr / da gantz Dithmarschen / (nach der Schlacht beym Stättlein Heida / den 9. Junij gehalten) vom Könige in Dännemarck / vnd von den Holsteinischen Fürsten eingenommen / ist Meldorff (vorher den 3. Junij) gepiündert worden. Diß Stättlein Meldorff hat zum Wappen / vnnd Insigel / eine schöne grosse Burg / mit fünff Thürmen. Biß hieher gemelter Angelus. Johannes Isac. Pontanus lib. 9. rerum Danicarum pag. 534. schreibet / daß Anno 1403. Hertzog Gerhard zu Schleßwick / vnnd sein Bruder / Graf Albrecht von Holstein / mit den Dithmarschen Krieg geführet / vnnd Meldorff eingenommen; aber endlich seyen die Holsteiner / als sie mit dem Raub wieder nach Hause wolten / von den Dithmarschen geschlagen worden / vnd Graff Albrecht selbsten / in dem Er sein Pferdt mit den Sporen angetriben / gefallen / vnd nicht lang her nach zu Hause gestorben: Hertzog Gerhard aber habe das folgende 1404. Jahr / widerumb die Dithmarsen / (welche das Schloß Delbruck / nahend Meldorp / vergebens belagerten) mit Krieg angriffen; aber Er seye mit allem Volck geschlagen / vnd alle Fahnen verlohren worden: Vnd damit die gefangene vornehme Leute möchten erledigt werden / so habe man alsobalden das besagte Schloß Delbruck niderreissen müssen. Im 5. Theil deß Georg Braunen Stättbuchs / stehet / es lige Meldorff fünff Meilen von Crempe. 4. von Itzehoo. 1. von Heide etc. allda S. JohannsKrche / vnd das Closter / darinn die Schule / zu sehen: Es werde allhie ins Königs von Dännenmarck Nahmen / alle Wochen Gericht gehalten / in dem sitzen / der Vogt oder Amtmann zu Steinburg; der Dithmarsische GemeindsSchultheiß oder Landvogt / vnd 11. Räthe / so in Ditmarsen gebohren / sambt deß KönigsSchreiber; die alle vom König besoldet werden. Vnd dann schreibet Caspar Enß / in delicijs apodemicis per Germaniam, p. 224. seq. daß Meldorp den Nahmen habe / von dem vorüberfliessenden Wasser Melda / welches vor Zeiten / mit grossem der Burger Nutzen / Schiffreich gewesen / jetzt aber könne man nur mit kleinen Schiffen biß hieher gelangen: Die Kirche seye ansehenlich / vnd die Erste in diesem Lande / in welcher / nach Vnterdruckung deß Heydenthumbs / die Christliche Religion gepredigt worden: Es werde jährlich allie von allen Geistlichen eine Zusammenkunffz gehalten: Das Closter der Minoriten / so man Gaudentes, oder de laxa manica nennet / seye vor Jahren allda berümbt gewesen; aber noch zuvor / ehe die Duhmarsen vnder das Joch gebracht / von den Inwohnern in Grund zerstöret worden: Vnd seye die Schul zu Meldorff mit gelehrten Leuthen wol versehen. Vnd so vil berichten die angezogene Autores. Darzu noch zu thun / daß Joan. Meursius, libr. 2. Histor. Danicae, schreibet / obgedachter König Johannes von Dännemarck / habe / nach dem Er Anno 1500. wie gesagt / dieses Meldorp eingenommen / eine grosse Niederlag erlitten / in deme ihm von den Dithmarsen auff die viertausent / vnd vnder denselben zween Graven von Oldenburg / vnd 360. andere vom Adel seyn erschlagen / vielmehr Fahnen / vnnd alles Geschütz / genommen worden. Sihe oben im Eingang dieses Tractats / die Beschreibung dises Landes Dithmarsen. Anno 1645 hat der Schwedisch Obrist Helm Wrangel die Schantz allhie erobert.