Hauptmenü öffnen
Topographia Germaniae
Bins (heute: Binche)
<<<Vorheriger
Bie
Nächster>>>
Bossu
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 200–201.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Binche in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[200] Bins / Binche, Binchium, Eine Statt im Hennegöw / 3. Meilen von der Statt Bergen gelegen / so wegen der heiligen Cörper / so allda ruhen / bey den Catholischen sonderlich berühmbt ist. Dann allda in der StifftsKirchen / oder Collegio Canonicorum, acht heilige Personen / [201] als Ursmarus der Bischoff / und Abbt zu Lob / in dem Lütticher Lande / Erminus, Theodulfus, Ulgisus, Amolvinus, alle auch Bischöffe / und geweste Aebbt zu besagtem Lob / oder Laubio; Item der Ertzbischoff zu Reims / Abel / Hildulfus der Fürst zu gedachtem Lob / so umbs Jahr 660. florirt / und Amelberga, eine Mutter der H. Gudilae, in acht silbernen Sarchen ligen / so man auß dem benachbarten Benedictiner Closter / und Abbtey Lob / Anno 1409. hieher gebracht hat. Es hat gleichwol noch zu Lob an der Sambre / 3. Meilen vom Städtlein Binchio gelegen / eine Pfarrkirchen / aber das Canonich-Stifft / so vor Zeiten daselbst war / kam mit den obgedachten Heiligen / auch hieher nach Bins; welche Stadt an einem Arm deß Flusses Heine ligt. Ist gar alt / die aber die Königin Maria auß Ungarn / als ihres Herrn Brudern / deß Käysers Caroli V. Stadthalterin / und Regentin in den Niederlanden / schön zieren lassen; weiln sie sich allda / wegen deß guten Luffts / und der schönen Jagten / gerne auffgehalten / und schöne Gärten zugerichtet hat. Weiln ihr aber die Frantzosen nicht hold; als hat König Heinrich der Ander Anno 1554. die Stadt eingenommen; Ihr / der Königin / Häuser / und Lustbarkeiten alle verwüstet / und die Stadt selbsten angezündet. Es hat über das auch dieser König befohlen / den sehr grossen Pallast / so fast wie ein Schloß / in der Nachbarschafft / mit unsäglichem Kosten / von ihr / der Königin / gebauet / und Mariemont / oder Marienberg / genannt war / zu verbrennen; da dann die sehr künstliche Lustgärten zugleich mit auffgangen seyn. Es haben gleichwol Ertzhertzog Albertus, und Isabella, dieses Mariemont zimlich wieder auffgericht. Es war vor diesem ein Himmel / unter andern da zu sehen / auß welchem es donnerte / blitzte / und regnete / wie im Atlante stehet. Anno 1583. nahm der Hertzog von Parma Bins ein. Von der Aebbten zu Lob Thaten hat Hilduinus, so gleichfalls ein Abbt allhie gewesen / und zu den Zeiten Conradi, und Henrici, deß Voglers / beyder Käyser / gelebet / geschrieben.