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116 Zeumer, Goldene Bulle, II. Teil. [II,2


vel regum Romanorum, dum solempnes curias huiusmodi celebrari contigerit, procedendo, sedendo vel stando regalem gestare coronam, sicut hoc serenissimorum principum dominorum regum Boemie progenitorum et predecessorum ipsius consuetudo laudabilis ab olim noscitur observasse. In cuius rei testimonium presentes fieri et sigilli nostri volumus robore communiri. Datum Metis anno Domini millesimo trecentesimo quinquagesimo sexto, proxima die dominica ante festum beate Lucie virgiuis.

B. Deutsche Fassung.

Wir Rudolf von Gots gnaden herczog ze Sachsen des heiligen Romischen reichs obrister marschalk bekennen und tůn kunt offenlichen mit disem brife allen den, die in sehen oder horen lesen. Wann frid und gemach an der fursten hilfe nicht besten mag, und alsovil deste mynner frides und ouch gnaden ist, so die hochgebornen fursten des heiligen reichs, und bey namen die, an den die kuer und die macht liget ein houbt der Cristenheit zu kyesen, in iren herscheften, eren und rechten gehindert und gesaumet werden, dovon ist notdurftig zu troste und zu gnaden der gemeinen cristenheit, daz man den fursten ire recht an alles mynnernuzze in seyner gencze behalde; denne wie wol daz sei, daz umb die recht des durchleuchtigen fursten und herren, des hochgebornen kuniges ze Beheim, unsers mitkurfursten, keynerlei czweivel nye gewesen sei und ouch noch nicht sei noch gesein muge indheinenweis, wann er von seinen urenen, enen, vetern und vorfarn geleich uns und allen andern unsern mitkuerfursten, geistlichen und werltlichen, in der wale und küre eins Romischen kuniges eines kumftigen keysers vollenkomenes recht gehabt hat und ouch noch hat, als dieselben ding wol lueterlichen lantkundig und offenbar sint von sulchen alten langen zeiten, die bei der lute gedechtnuezz iczunt nicht gesein mügen durch langes alters willen; doch sintdenmal daz etzliche kynder der vinsternuezze, die mit blinden ougen von der gotlichen warheit also gevirret seint, daz sie in der clarheit des mittages tasten glich als in den nechten und betrubnüzze und stricke machen der ungerechtikeit und ouch der sunden von rate tüfelisches neides und mugen die

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Karl Zeumer: Die Goldene Bulle Kaiser Karls IV. (Teil 2). Weimar: Hermann Böhlaus Nachfolger, 1908, Seite 116. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zeumer_Die_Goldene_Bulle.pdf/402&oldid=3413081 (Version vom 1.8.2018)