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das soll das Zeichen sein, daß ich mein Ziel erreicht. Dann mögt ihr nach Südosten hin Weinspende gießen, um mir Glück zu wünschen.“

Darauf ließ er die Dienerinnen und Knechte der Reihe nach Li Dsing und das Wedelmädchen begrüßen und sprach zu ihnen: „Das sind eure Herrn.“

Nach diesen Worten nahm er seine Frau an der Hand; sie bestiegen die bereit gehaltenen Pferde und ritten weg.

Li Dsing und seine Frau bezogen nun das Haus und waren unermeßlich reich. Sie folgten dem Prinzen Tang, der Ordnung im Reiche schuf, und standen ihm mit ihrem Gelde bei. So ward das große Werk vollbracht, und nachdem das Reich in Frieden war, ward Li Dsing zum Herzog von We ernannt und das Wedelmädchen zur Herzogin.

Nach zehn Jahren aber ward dem Herzog berichtet, daß in dem Reiche ferne überm Meer tausend Schiffe gelandet seien mit hunderttausend gepanzerten Soldaten. Die hätten das Land erobert, den Fürsten getötet und ihren Führer zum König eingesetzt. Das Reich sei nun in Ordnung.

Da wußte der Herzog, daß der Drachenbart sein Werk vollbracht. Er sagte es seiner Frau. Sie zogen Festgewänder an und spendeten Wein, um ihren Glückwunsch darzubringen. Da sahen sie am Südosthimmel leuchtend einen roten Schein aufstrahlen. Den hatte wohl der Drachenbart entsandt, um ihnen Antwort zu geben. Da waren beide hoch erfreut.


88. Wie der Molo die Rosenrot stahl

Zur Zeit der Tangdynastie gab es Schwertmeister verschiedener Art. Die ersten, das waren die Schwertheiligen. Sie konnten sich nach Belieben verwandeln, und ihr Schwert war wie der Blitzstrahl. Ehe sichs die Leute versahen, waren ihre Köpfe schon gefallen. Doch waren diese Männer

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Richard Wilhelm: Chinesische Volksmärchen. Eugen Diederichs, Jena 1914, Seite 266. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_ChinVolksm_266.jpg&oldid=3132580 (Version vom 29.5.2018)