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berechnen, die aus einer weisen Mäßigung und Erleichterung unsers harten Schicksals entstehen müßten. Wir sind aber überzeugt, daß politischer nun schon so viele Jahrhunderte angedauerter Druck, Geist und Herz verderben, und daß vorzüglich nur durch Aufhebung oder Milderung desselben der sittliche und bürgerliche Zustand eines Volks nach und nach verbessert werden kann. Wir preisen uns glücklich, daß wir den Zeitpunct endlich erlebt haben, wo die Judenschaft selbst von weisen christlichen Fürsten und Ständen wieder als Menschen mit Liebe angesehen und behandelt wird, und wir hoffen dereinst vor dem Thron des Gottes, den auch wir im Staub und in der Asche anbeten, und der alle Menschen, die Recht thun, liebt, noch denjenigen Menschenfreunden einen feurigen Dank zu bringen, welche die Erleichterung und Verbesserung unsers sittlichen und bürgerlichen Zustandes auf dieser Erde mit Wärme umfaßt, und mit Weisheit und Thätigkeit befördert haben.

 Der Klugheit und Menschenliebe einer hochansehnlichen Kreis-Versammlung stellen wir nun unser Schicksal lediglich vertrauungsvoll anheim mit der ehrfurchtsvollen Versicherung, daß unsere heise Dankbarkeit so wenig, als diejenige tiefste Ehrerbietung je in unsern Herzen erlöschen soll, womit wir uns unterschreiben, als

 Einer hochansehnlichen Kreis-Versammlung,

Fürth,
den 14ten Febr.
1792.
unterthänigst gehorsamste
im Namen der ganzen jü-
dischen Gemeine in Fürth
und aller jüdischen Ein-
wohner in Franken,

Wolf Neuburger.
Isaac Marx.
Jacob Henle.