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Harmonika hören lassen, worüber Jedermann entzücket worden sey. Es wurde dabey die Bemerkung gemacht: daß alle blinde Personen große Anlage zur Musik haben. Sollte der Grund nicht darin liegen, weil diese Kunst lediglich für das Herz gehöret; alle übrige Wissenschaften aber meistentheils Zeitvertreib für die äussern Sinnen sind. Herr Doctor Kautsch hat in der psychologischen Abhandlung über den Einfluß der Töne, insbesondere der Musik auf die Seele, welche im J. 1782 in Breslau zum Vorschein gekommen ist, diese Wahrheit umständlich erläutert. Solche kann auch durch ein Exempel in der Nähe in dem Pfarrdorfe zu Trautskirchen bestättiget werden. Hier befindet sich ein blinder Knabe, welcher eine grosse Anlage zur Musik hat. Ich wurde durch eigene Erfahrung davon überzeugt und ersuchte deswegen den dasigen Hrn. Pastor Pümler, meinen gelehrten Freund, bey welchem ich den blinden Knaben auf der Flöte spielen hörte, er möchte von ihm eine kurze Beschreibung aufsetzen, damit sie dem Publico könne bekannt gemacht werden. Er that es und sandte mir vor einigen Tagen folgendes: „In dem Reichsfreyherrlich