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Seite:Von den Teutschen Schulen in Nuernberg.pdf/13

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wie bey den Handwerkern; dieß ist gleichsam die akademische Disputation pro gradu.

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Endlich üben sie auch gegen alle Winkelschulmeister, welche sie Kalmäuser nennen, und als Broddiebe ansehen, den Zunftzwang aus. Im Rathsmandat vom 11 Dec. 1715, das in der Beylage B zu lesen ist, verspricht der Rath selbst die Winkelschulen abzustellen, und warnt vor der Information der mehrmahls einschleichenden Vaganten, von denen die Jugend nichts gutes lernen kann, derselben vielmehr öfters, wider die reine Evangelische Lehr, (um deren Aufrechthaltung man damahls vorzüglich bekümmert war) allerhand Irrthum heimlich beygebracht, auch anstatt daß sie zu wahrer Gottesfurcht angewiesen werden sollte, zu Sünd und Lastern verleitet werde. In den ehemahligen Zeiten haben sie manchmahl angesucht, daß den theologischen Candidaten der Hausunterricht in den Sachen, welche sie treiben, untersagt werden möchte. – So lange man keine Änderung in solcher handwerksmäßigen Denkungsart macht, kann keine gute Bürgerschule für solche, die nicht studiren wollen, in Nürnberg entstehen. Bey der großen Anzahl von theol. Candidaten, welche Nürnberg hat, und die ohnehin größtentheils während ihrer

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Anonym: Von den Teutschen Schulen in Nürnberg in: Journal von und für Franken, Band 1. Raw, Nürnberg 1790, Seite 402. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Von_den_Teutschen_Schulen_in_Nuernberg.pdf/13&oldid=- (Version vom 1.8.2018)