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zu verrathen, zu dessen Rettung sie herbeigezogen wären. Doch diese Beschwörung nichtachtend, nahmen sie dem Hochmeister die Schlüssel der Marienburg ab, führten nun selbst den Befehl darin, behandelten den unglücklichen Fürsten wie einen Gefangenen und verkauften die Burg an Polen. Es war am Sonntage des Pfingstfestes im Jahre 1457, als der unglückliche Meister, froh mit dem Leben davon zu kommen, das Haupthaus seines Ordens verliess, in dem seine fürstlichen Vorgänger hundert acht und vierzig Jahre gewohnt und gewaltet hatten. Kein Meister sah Marienburg als seinen Wohnsitz wieder. Königsberg war von da an der Sitz des Hochmeisters.
Historische Personen des Bildes sind: Dem Beschauer zur Linken am Tische sitzend, der Hochmeister Ludwig von Erlichshausen. Vor dem Tische mit erhobener Linken steht Heinrich Reuss von Plauen, mit seiner Hechten den Arm des böhmischen Söldnerhauptmanns Ulrich Czirwenka von Ledez fassend. Neben diesen zur Linken, dem Hochmeister die Urkunde vorhaltend, der Söldner-Hauptmann Andreas Gewalt. Rechts neben Ulrich Czirwenka, ohne Kopfbedeckung, der Söldnerführer Burkhard Nachwall. Zwischen Andreas Gewalt und Ulrich Czirwenka der Söldnerführer Jon Wyhenanzki. Neben dem Hochmeister, die Linke beschwichtigend auf die Schulter des Söldnerführers mit der Urkunde legend, der Bürgermeister