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Posaunenbläser. Einige Türme der im Hintergrund über dem Zug ragenden Festung Jericho sind davon schon ins Fallen geraten.

Der Rand des Tellers mit der Beschneidung enthält links von dem Mittelfeld mit der Szene des Taufbefehls den Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer. Wieder wird durch Figuren mit höherem Relief des Vordergrundes der dargestellte Vorgang in die Ferne geschoben, diese Gestalten stehen am Meeresufer. Zwischen zwei Paar stehenden männlichen Gestalten ist eine aus dem Meer zum Ufer heraufkommende Frau mit Kind zur Hälfte sichtbar. Die Gruppe rechts am Uferrand ist als Moses mit Aaron zu deuten, Moses hebt seinen Stab hoch und teilt dadurch das Meer für den Durchzug der Israeliten. (2 Mos. Kap. 14, 1–22). Rechts von dem Mittelfeld sehen wir auf dem Tellerrand die Wogen des Meeres wild zusammenschlagen und in der Ferne die Krieger Ägyptens darin versinken. In der Mitte vorn suchen sich zwei Reiter vergebens aus den Fluten zu retten. (2 Mose Kap. 14, 23–28), diese wieder in höherem Relief dargestellt.

Die Bezugnahme auf die Taufe wird in dem Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer schon von Melanchthon ausgesprochen. (Loci S. 105) „Sicut iter Israelitum per mare rubrum fuit imago afflictionum Ecclesiae et liberationis, ita mersio in Baptismo imago est afflictionum et liberationis.“ In dem 1. Brief Pauli an die Korinther 10, 1–3 sind schon Worte enthalten, die für diese Auffassung den Anhalt boten: „unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle auf Mose getauft mit der Wolke und mit dem Meer.“ In der Fortsetzung dieser Stelle des Briefes konnte ein Hinweis darauf erblickt werden, daß durch die Taufe auf Christus die Gläubigen der Gnade Gottes versichert seien, daß sie von der Sünde nicht überwunden würden: „und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher war Christus. Aber an ihrer Vielen hatte Gott kein Wohlgefallen; denn sie wurden niedergeschlagen in der Wüste. Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat… Es hat Euch noch keine denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr’s könnt ertragen.“ (1. Kor. 10, 3–6. 13).