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Liste.png Albert Gümbel: Sebald Schreyer und die Sebalduskapelle zu Schwäbisch-Gmünd. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg 16, S. 125–150

Sebaldum Schreyer devota mente teneto
Deque sua quisquis stirpe creatus erat,
Scilicet ut superas deus hos dignetur in oras
Transferre, etheris consociando choris,
Quapropter magno Cristi commotus amore,
Hunc sibi sacrum fecerat ille librum.

Desgleichen ist vor den geschriben zweien, nemlich s. Sebolts und s. Genafe (!) messen, so zu forderist des puchs nach dem kalender und register eingebunden ist, gemalt ein altar in einer capellen, darauf ein tafel mit s. Sebolts pildung, darvor auch sein, des Schreyers, pildung mit Schreyerschilt und -helm, desgleichen seiner hausfrauen mit Camermeisterschilt und helm, bede kniende, und darob geschriben:

Divinum hunc codicem, sacrosanctis celestium mysteriorum ceremoniis dicatum, sacello huic divi Sebaldi confessoris devotus in Christo Sebaldus Schreyer, eiusdem fundator, ob sui sueque charissime conjugis et progenitorum posterorumque suorum perhennem memoriam est prontissime largitus anno humane salutis millesimo quingentesimo septimo.

So ist an das vorderst pret angeleimt ein pergamene zettel, auch mit s. Sebolts pildung, dabei die carmina seins lebens, »Regie stirpis«, ut libro C fol. 70 begriffen, getruckt sind[1] und solich puch, so im 1500 und sibenden jar gegeben ist, hat gecost mitsamt dem schreiben der zweier messen, einbinden, au[s]streichen und anderm ob sechs gulden reinisch.

Item Sebolt Schreyer hat ein ganz petbuch horarum canonicarum Augspurger pistums auf papir getruckt und in zwei teil gebunden, erzeugt und in das ein, nemlich das summertail, das gebet und histori von s. Sebolt und das ander, nemlich das winterteil, das gebet und histori von s. Genefefa auf pergamen schreiben und zu forderst nach dem kalender und register einbinden lassen und solche petbucher in die gemelten sein capellen zu Gemund zu dem altar zu geprauchen und darinnen oder dabei zu beleiben gegeben und vor solichen beden geschriben obgemelten s. Sebolts und s. Genofe gebet und histori ist gemalt ein altar in einer capellen, darauf ein tafel mit s. Sebolts pildung, davor sein, des Schreyers, pildung mit Schreyers-, desgleichen seiner hausfrauen mit Camermeisterschilten, bede kniende, und darunder sind geschriben dise nachgeschriben vers:

Sacratas quicumque deo vis psallere voces
Temporibus certis, ut tuus ordo petit etc.[2]

So ist auch nach solichen obgemelten beden historien gemalt ein nacket kindlein mit flugeln, haltende Schreyer- und Camermaisterschilt und -helme, und darob geschriben, wie hernach volgt:

Pro perhennibus optimi maximique dei laudibus in Cristo devotus Sebaldus Schreyer, huius oratorii S. Sebaldi fundator, suis impensis


  1. Vergleiche die Anmerkung oben.
  2. Die übrigen drei Distichen wie bei dem Meßbuch.
Empfohlene Zitierweise:
Albert Gümbel: Sebald Schreyer und die Sebalduskapelle zu Schwäbisch-Gmünd. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg 16, S. 125–150. Schrag, Nürnberg 1904, Seite 147. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Sebald_Schreyer_und_die_Sebalduskapelle_zu_Schwaebisch-Gmuend.pdf/23&oldid=- (Version vom 1.8.2018)